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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 6 (1896) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
6 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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§6 Kerzen wie niit seinem Denken. Alle seine Gaben und Aräfte bot er für das Werk der Iudenmifsion aus und faßte sie für dasselbe zusammen; Schonung kannte er dabei für sich selbst nicht. Hunderte von Juden hat er zu Thristo gebracht. Die Liebe Thristi hat sich von Ewald zu vielen Juden ergossen, um sie zu reizen, daß sie aus dem Auell selbst schöpften. Wer will angesichts eines solchen Lebens und der großen Scharen aus Israel, welche unter dem Zeugnis Ewalds gläubig geworden sind, noch von der Fruchtlosigkeit der Iudenmisstonsarbeit oder von der Unmöglichkeit der Bekehrung von Juden reden? Das Evangelium ist eine Araft, die Juden selig zu machen, ruft das Leben dieses Mannes in unsere Tage hinein. Aber zugleich ist es auch eine Weissagung, ein großes Unterpfand für die Erfüllung der Verheißung Jes. 27, 6." Ein Kind der Welt aus Israel. Im 2. Teil der Lebensgeschichte Ewalds von de le Roi ist ein Aapitel überschrieben: „Moderne Juden und die Mission." Der Verfasser bemerkt hier, daß die Reform der Synagoge auch in England nicht vermocht habe, die Zunahme der religiösen Gleichgültigkeit zu verhindern. Ebensowenig konnten die Modernisierungsversuche diejenigen, welche aus Überdruß an dem früheren toten Formenwesen ein Neues begehrten, wahrhaft befriedigen. Solche Personen, die durch ein religiöses Interesse zur Reform veranlaßt, durch diese aber enttäuscht worden waren, zeigten oft Empfänglichkeit für das Zeugnis der Mission. Von einem solchen Juden erhielt Ewald folgenden Brief: „Sie haben den ehrenvollen Beruf, den Blinden eine neue Welt voll Licht und Glanz zu zeigen. Wollen Sie unter denen, welche Sie leiten, einem neuen Bewerber einen Platz gewähren? Er ist ein Mensch, der auf dem Ozean des Lebens wie ein Schiff ohne Steuermann im Sturme hin und her geschleudert worden ist, und der sich nun darnach sehnt, in dem Hafen Ihrer Religion zur Ruhe zu gelangen. Der um Unterricht bittet, ist nicht eigentlich ein Jude, sondern vielmehr ein Aind dieser Welt, einer, der sich stolz auf seine Erdenweisheit in das geschäftige Treiben der Welt gestürzt und dabei jedes Buch mit sich genommen hat, aber eins nicht: die Bibel, weil er sein Vertrauen auf die Philosophen und die Philosophie der Zeit setzte. Die Folge hiervon ist, daß er sich jetzt im Sturm des Lebens ohne Trost sieht und voller Elend befindet. Die jüdische Religion bietet seinem Herzen keinen Trost. Deshalb kommt er zu Ihnen, damit Sie ihm den Weg des Lebens zeigen. Sie werden in ihm einen demütigen Sünder finden, und seine Dankbarkeit wird derjenigen eines Menschen gleichen, welcher zum Tode verurteilt war, aber durch eine barmherzige Hand gerettet worden ist." Es braucht nicht gesagt zu werden, daß der Wunsch des Schreibers in Erfüllung ging. Der hochgebildete und dabei doch so unglückliche Mann fand jetzt das eine, das not thut und geistig reich macht. Leine Gattin folgte seinem Beispiel. Beide wurden zusammen unterrichtet und endlich getauft.

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