Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 6 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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iecvetan, der Verfasser der „Philosophie der Freiheit/" Er fand kein Heil außer in Lhristo. Er verstehe nichts, pflegte er zu sagen, und habe aus tausend Fragen keine Antwort, aber.an die Liebe Gottes in Jesu Lhristo habe er immer geglaubt: darin stimme seine Überzeugung mit der des geringsten Lumpensammlers überein. Immer wieder rang er danach, die Liebe Gottes für sein Inneres festzuhalten. Zünden Füßen des Gekreuzigten suchte er auch im Gotteshause Frieden. Er war ein Mitglied der Freikirche des Waadtlandes. In der Schweiz und in Frankreich half er zur Bekämpfung des Materialismus. Zum Nachdenken. Rufen mußt du lernen und nicht dasitzen vor dir selbst oder liegen auf der Bank, den Kopf hängen lassen und schütteln und mit deinen Gedanken dich beißen und fressen, sorgen und suchen, wie du sie los wirst und nichts anderes ansehen, denn wie übel dirs gehe, wie wehe dirs sei, wie ein elender Mensch du seiest. Sondern wohlauf, du fauler Mensch, ans die Kniee gefallen, die Hände und Augen zum Fimmel gehoben, einen Psalm oder Vaterunser vorgenommen und deine Not mit weinen vor Gott dargelegt, geklagt und angerufen l Beten, Not anzeigen und Hände aufheben sind Gott die allerangenehmsten Opfer. Er begehrt's, er will es haben, daß du sollst deine Not ihm vorlegen, nicht auf dir lassen liegen und dich selbst damit schleppen, nagen und martern, damit du aus einem Unglück zwei, ja zehn und hundert machest. (Luther.) 2. Fehlet euch etwas, wohlan, schüttet euer Herz vor ihm aus, sagt es frei heraus, berget ihm nichts! Es sei, was es wolle, so werfet es mit Kaufen heraus vor ihm, als wenn ihr euer Herz einem guten Freund ganz und gar eröffnet! Er hört es gern, will auch gern helfen und raten. Scheuet euch nicht vor ihm und denket nicht, es sei zu groß oder zu viel! Getrost heraus, und sollten es eitel Säcke voll Mangels sein! Alles heraus! Er ist groß und vermag und will noch mehr thun, denn unsere Gebrechen sind. Stückelt es ihm nur nicht! Er ist nicht ein Mensch, dem man zu viel Bitten vortragen könnte. Je mehr du bittest, je lieber er dich höret. Schütte nur rein alles heraus, tröpfle und zipfle nicht! Denn er wird auch nicht tröpfeln noch Zipfeln, sondern mit Sintflut dich überschütten. (Derselbe.) 3. Mit Lhristi Erscheinen ist es auf Erden Tag geworden. Das Heidentum ist Nacht, wenn auch durch die Seelen der Heiden zuweilen ein Traum von Frieden zog, so starrte sie beim Erwachen ihre unvergebene Sünde mit hohlen Augen an wie ein Totenschädel. Das Judentum war Dämmerung. Die Prophetensprüche leuchteten wie die Sterne durch die Nacht, in Opferrauch eingehüllt, von Gesetzesdonner übertönt, klangen ste wie dunkle Runde an Israels Ohr. Aber die Nacht ist aus, die Dämmerung ist verdrängt von der lichten Sonne: Lhristus ist erschienen, Gott geoffenbart im Fleisch. _ (Br. v.) Zur Statistik. J893 traten in Altpreußen 340 Juden zur ev. Kirche über. Auf Berlin entfielen auf Schlesien §j, aus Sachsen 28, auf Ostpreußen 22, auf Rheinland 2\, auf Brandenburg *9, auf Westpreußen \6, auf Pommern tt, auf Posen 6, aus Westfalen 5. Zum Judentum traten 6 Evangelische über: je 2 in Berlin, Posen und Schlesien. Im Königreich Sachsen wurden \7, in Bayern 7, in Württemberg 5, in Anhalt § Juden evangelisch. — Bei den letzten Wahlen in der Berliner jüdischen Gemeinde stimmten von \6 235 wahlberechtigten §620 ab. In den 3 Religionsschulen der Gemeinde befinden sich 68t Kinder. — Die jüdische Presse der v. St. von Nordamerika zählt 2 Monats- und 26 Wochenblätter in englischer, je \ Wochenblatt in deutscher und in hebräischer Sprache und etwa \2 Zeitschriften im Jargon. Hmpfarrgsvescheinigimg. P. B.-v., P. Fl.-R., Fr. R-Dr., Hr. S. L.-G., Fr. P.-N. je 0.80. Frl. L.-w. t. Frl. Bl.-Sp., P. B.-L. je 2. P. Fl.-Nd. B. 3. Fr. P. H.-Schw. 3,20. Ref. Frauenverein Fredericia 5. Diak. I. W.-A. 8. P. M.-w. (5 Fl.) 8,50. St Nicolai Spandau t?,08. Fr. pfr. M.-Gerlingen 50,90 (Missionsv. J5 und J6 Abon. 35,90). _Herzl. Dank! Herausgeber: Prediger W. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \s. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. ~ Druck von I. windolff, Berlin S.'W., Charlotte»,straße 88.