Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 6 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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..42 . teilweise, namentlich in dem, was er weiterhin über die Unsterblichkeit sagt, Geistesreife und Geistesklarheit vermissen. Dagegen trifft er in den obigen Bemerkungen über das Wesen der modernen jüdischen Religion den Nagel auf den Kopf. Um dieser Religion aufzuhelfen, ließ er, wie er berichtet, gerne die gemütlichen Vorstellungen vom Verdienst der Vater walten, z. B. in Seelenfeierpredigten. Wahre Erbaulichkeit wird aber so nicht erreicht. Sic eignet dem Worte des Lebens, welches der Lebensfürst Jesus verkündigt hat. Auf diesem Wort, den: festen Grunde Gottes, ruht die Kirche und jeder rechte Ehrist. Dies Wort allein kann der Synagoge das ihr fehlende Leben Mitteilen. Vergl. Petri 2, ff. Die Bergpredigt im Talmud. Am Ucärz d. I. beschäftigte sich die Berliner Stadtverordnetenversammlung mit den jüdischen Lehrkräften in den Gemeindeschulen und protestierte gegen die betreffs derselben staatlicherseits erlassenen Anordnungen. Ein Mitglied der Versammlung, Dr. Neumann, bemängelte die Antwort des Magistrats auf die Verfügung des Schulkollegiums, u. a. den Satz: „Die jüdischen Lehrkräfte sind nicht nach dem Typus Shylock geformt." In der einzigen, nachweisbaren Blutwette unter Papst Sixtus V. sei der, welcher Menschensieisch verlangt, ein Ehrist, der, welcher es hergeben soll, ein Jude. Bezüglich der weiteren Erklärung: „Die jüdischen Lehrkräfte vertreten nicht die mit den christlichen Anschauungen im Widerspruch stehenden Lehren des Schulchan Aruch" warf Dr. N. die Frage auf: „Weiß der Magistrat, daß die herrliche Bergpredigtvollkommen identisch im Talmud enthalten ist?" Die Freunde der christlichen Konfessionsschule können sich auf das ihnen günstige Urteil eines Israeliten berufen. Rechtsanwalt Dr. E. Auerbach forderte W5 in der „A. Z. d. I." (S. 6O9) für die jüdische Jugend nicht nur Religionsunterricht, sondern „eine auf seiner Grundlage aufgebaute harmonische Bildung, wie sie eben nur erreicht werden kann, wenn derselbe in den systematischen Lehrplan der Schule eingeführt ist." Demnach kann auch der christliche Geist erst dann recht heilsam wirken, wenn er den ganzen Unterricht durchdringt. Doch wollen wir diesen Gegenstand nicht weiter verfolgen und unsere Aufmerksamkeit alsbald der obigen Frage von Dr. N. zuwenden. Der Berliner Magistrat würde dieselbe wahrscheinlich mit einem Nein beantworten. Aber auch sonst würde der Fragesteller eine bejahende Antwort von vielen vergeblich erwarten. Nur Anklänge an die Bergpredigt kommen im Talmud vor: das ist alles. Wie kann ein Mann der Wissenschaft wie Dr. N. hiernach behaupten, daß die Bergpredigt „vollkommen identisch" im Talmud enthalten sei? Findet sie sich etwa auch „vollkommen identisch" bei Seneka, weil dieser die an Matth. 5, f. erinnernde Mahnung aufstellt: „81 deos imitaris, da et ingratis beneficia, nam et sceleratis sol oritur“? Wie überdies die schönsten von jenen talmudischen parallelen einsame