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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 5 (1896) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
5 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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§9 her erglänzen wie lebendige Edelsteine. Und doch wird bit Schöpfer und Erhalter von all dieseln viel zu wenig wahrgenommen. Alles im Tempel der Natur redet von seiner Herrlichkeit, aber unsere Ohren sind taub zum Hören. Jedes Ding, vom Tautropfen bis zum Ozean, strahlt die Gottheit wieder, und doch sehen wir bei weitem nicht immer den ewigen Glanz. . Sehet nichts, ohne Gott darin zu sehen! galtet nicht dafür, daß ihr irgend ein Ding kennet, ehe ihr das kennet, was von Gott darin ist! Das ist der Kern, den es enthält. . Der weltliche vergißt Gottes, der Sünder entehrt ihn, der Ungläubige leugnet ihn, aber der Christ lebt in ihm. „In ihn: leben, weben und sind wir. wir sind seines Geschlechts." Dies ist ein wesentlicher Bestandteil des Freudenöls, welches das Leben glücklich macht: immer zu fühlen, daß der PErr um uns her ist wie die Berge um Jerusalem. (LH. Spurgeon.) Zu Jefaia 53. Ein in der Krim arbeitender Bibelbote traf vor dem Gasthaus eines Dorfes mit mehreren Juden zusammen. Einer derselben bat ihn, Ies. 53 aufzuschlagen. Als^das geschehen war, las der Jude das Kapitel laut vor. hierauf fragte er seine Freunde: „wer ist der, von dem hier gesagt wird, daß er unsere Schmerzen auf sich genommen habe? Gilt das von David oder Salomo oder einem andern der vielen Könige Israels?" Als keiner antwortete, gab der Frager selbst die richtige Antwort: „Der Prophet redet von keinem andern als von Jesu." hierauf bekannte er: „Dieser Jesus ist schon lange mein Heiland und König." — In Aden fragte ein Araber einen Kolporteur: „wie kannst Du sagen, daß unser Herr Jesus gekreuzigt worden sei?" Der Christ erwiderte: „weil es wahr ist." Zum Beweise für seine Behauptung verlas er Ies. 53 und Matth. 27. Der Araber weinte, schimpfte eine Viertelstunde lang über die Juden und kaufte endlich das Matthäusevangelium. Jüdische Chronik. In Berlin wurde ein verband der jüd. Lehrervereine im deutschen Reich begründet und ein peimathaus eröffnet (Gormannstr. 3), welches eine Volksküche, ein Alten- und Mädchenheim, einen Kindergarten und eine Synagoge enthält. — Eine Verfügung des Provinzialschulkollegiums schränkte die Thäiigkeit der jüdischen Lehrkräfte in den Berliner Gemeindeschulen ein. — Der Verein für jüd. Krankenpflegerinnen in Berlin, welcher die Rechte einer juristischen Person erhielt, entspricht nach seinem letzten Bericht einem dringenden Bedülfnis. Auch christliche Familien verlangten jüdische Schwestern. Die pflichttreue der letzteren wird allgemein gerühmt. — Lin Berliner Arzt, Dr. B. Lohn, empfiehlt in der soeben erschienenen Schrift „vor dem Sturm" (s. u.) seinen Glaubensgenossen die Auswanderung als Waffe gegen den Antisemitismus. Von den Zurückbleibenden verlangt er, daß sie nicht am Wettbewerb um Staatsanstellungen, sondern am wirtschaflichen Leben (als Industrielle und Großhändler) teilnehmen, daß sie sich öffentlich so wenig als möglich bemerkbar machen und vordrängen und sich der sozialdemokratischen Partei anschließen, wenn sie auch nicht die politischen Ziele der letzteren verfolgen. Unter einander sollen alle solidarisch Zusammenhalten. — In Wien, wo der Judenhaß immer neue Früchte zeitigt, veröffentlichte Di'. Th. perzl einen versuch zur Lösung der Iudenfrage unter dem Titel „Der Iudenstaat." Er schlägt die Gründung einer großen Landgesellschaft vor, die sich die Ostindische und die Südafrikanische Kompagnie zum Muster nehmen und in Argentinien oder in einem andern freien Lande die jüdische Nationalität wieder aufrichten soll. — Das Schwurgericht zu Budapest verurteilte einen katholischen Priester zu Tagen Gefängnis und 50 Gulden Geldstrafe, weil derselbe einem jüd. Gastwirt einen Ritualmord nachgesagt hatte. Der Prozeß wurde von dem Sohn des verleumdeten geführt. Der Vater hatte sich die Beschuldigung so zu Perzen genoinmen, daß er als Selbstmörder endete. — In Rußland scheint eine Wendung zu Gunsten der Juden eingetreten zu sein. Der Zar beauftragte den Minister des Innern das von Graf Ignatjew erlassene verbot der Ansiedlung von Juden in den Dörfern und Marktflecken, sowie sämtliche Ausweisungsverordnungen zu prüfen und zu ändern. — Am 6. März starb in Kowno Rabbi Iizchak Llchanan Spektor, der Papst der russischen Juden. — Der römische Bischof von plock, Nowodworski, wurde bei einem Besuch der Stadt Serock von einer jüdischen Abordnung begrüßt. In

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