Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 5 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Israels, daß er euch von diesem unschuldigen Blut durch 5innesänderung reinigel Der HErr wird euch in seiner Barmherzigkeit erhören." Die Erwähnung von Sach. \2, \0 veranlaßte einen Zuhörer zu der Bemerkung, es sei auffallend, daß man solche Worte nie von den Rabbinern höre. Der Missionar aber meinte, das habe der Prophet Ieremia vorausgesagt (6, ]^): „Sie heilen den Schaden der Tochter meines Volkes leichthin und sprechen: Friede, Friede, wo doch kein Friede ist!" Are gelöste Preisaufgade. Man setze den Fall, sagt Friedrich Delbrück in seinen ^Ansichten der Gemütswelt" (S. ^0 f.): es würde zur Preisaufgabe gemacht, ein Volksbuch zu schreiben, woraus, in wieviele Sprachen es auch übertragen würde, ein eigentümlicher Geist spräche; ein Buch, woran die erhabensten Gedanken und die heiligsten Gefühle sich knüpfen ließen; ein Buch, tauglich, den öffentlichen und häuslichen Festen eine höhere Weihe zu geben, indem es Geburt und Tod, Eintritt in die menschliche und bürgerliche Gesellschaft und jede Art der Bundeshandlung durch Inschriften schmückte; reich dabei an Wahlsprüchen für jegliches Alter, welche die Freuden des Lebens zu erhöhen, desselben Leiden und Widerwärtigkeiten zu mildern sich eigneten; unerschöpflich an Stoff zu Gesängen, in welchen die von Andacht durchdrungene Seele, sei's in einsamer Kammer, sei's im Verein mit Gemütsverwandten, himmelan stiege; ein Buch, welches auf eine Art in Umlauf kommen müßte, worin sichere Bürgschaft läge, daß es seine erhebende und tröstende Kraft an Millionen von Jahrhundert zu Jahrhundert zu bewahren nicht aufhören würde. Würde nicht eine solche Aufforderung seltsam, ihr Genüge zu leisten ganz unmöglich sein? Aber ist sie denn nicht gelöst, diese Aufgabe, gelöst vor beinahe zwei Jahrtausenden? Von Geschlecht zu Geschlecht hat die Bibel wie eine vertraute Geisterstimme an den großen und kleinen Händeln der Welt Anteil gehabt, eingreifend mit Rat und Trost, voll Würde und Herrlichkeit, Fürsten und Bettler einweihend zum Leben und Sterben, jedem Gott ergebenen Gemüt das heiligste Gefäß der heiligsten Gedanken. ZU As. 125, 2. wir sind gelehrt worden, Gott in allen Dingen und Ereignissen zu sehen, doch meine ich: wir suhlen unseres Vaters Itebeitöe, alles durchdringende Gegenwart nicht so beständig, klar und eindringlich wie Jesus. Er blickte auf die Berge, und das Sonnenlicht auf ihrem Gipfel war ihm das lächeln seines Vaters. Er sah die Ebenen, und ihre Ernten waren seines Vaters Güte. Für ihn wurden die wellen des Meeres durch feines Vaters Odem erregt und durch seines Vaters Flüstern beruhigt. Er speiste die Menge, aber er that es mit seines Vaters Brot. Andere Menschen bemerkten, daß die Vögel ernährt wurden, aber er sprach: ,,Euer himmlicher Vater ernähret sie." ^Andere Menschen nahmen wahr, daß die Lilien schön anzusehen waren, aber er sah, daß Gott das Gras auf dem Felde also kleidet. . Gottes sind die Schönheiten der Natur, sein der Sonnenschein, welcher die Ernte bringt, sein das wogende Korn, das den Landmann erfreut, sein der Wohlgeruch, mit welchem die Menge der^Blumen die Luft erfüllt, sein die Käfer, die um uns