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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 5 (1896) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
5 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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36 Glaubensleben des Alexandriners so bedeutsam wurde, sollte auch eine Art predigerschule oder Missionsseminar werden. Hatte Apollos schon bei seiner unvollkommenen Wahrheitserkenntnis zeugen müssen: wie hatte er jetzt schweigen können? Ermutigt durch die Glaubensgenossen und mit einem Empfehlungsschreiben derselben versehen, zog er nach Korinth und eröffnete dort eine höchst segensreiche Thätigkeit. Er diente der von Paulus gestifteten Gemeinde namentlich als ihr unermüdlicher, öffentlicher Vorkämpfer gegenüber jüdischen Angriffen. In dieser Beziehung entsprach die Festigkeit seiner Verteidigung genau der Angespanntheit, mit welcher der Hoherat einst seine Anklagen gegen Iesum erhob (Apg. \8, 28: Luk. 23, 10). Seine Beweisführung dafür, daß Jesus der Messias ist, ruhte auf der heiligen Schrift. Die Thatsachen der Geschichte Jesu führte er auf die Vorbilder des alten Bundes und besonders die Weissagungen der Propheten zurück. In solcher Zusammenstellung der messianischen und der vormessianischen Verkündigung ist Apollos ein Lehrmeister der Iudenmission. Im Jahre 58 befand er sich wieder in Ephesus. Damals schrieb Paulus, der auch dort weilte, von Apollos, derselbe habe sich trotz vielen Zuredens nicht entschließen können, in Gemeinschaft mit Glaubensbrüdern nach Korinth zu gehen, werde sich aber gelegentlich dorthin begeben (\. Kor. \6, \2). Für die Vermutung, daß Apollos in Korinth die jüdisch -alexandrinische Religionsphilosophie mit der christlichen Glaubenslehre verquickt und so eine besondere Sekte gestiftet habe, bieten die Äußerungen des Paulus keinen Anhalt. Dieser Apostel betrachtete ihn als einen Mitarbeiter, als einen Diener des HErrn, der wie er selbst die Korinther zum Glauben angeleitet, der das von Paulus Gepflanzte begossen hatte (j. Kor. 3, 5 ff.). Als der Unterschied der Begabung beider Männer eine Spaltung in der Gemeinde verursachte \2; 3, H), trauerten sicherlich beide darüber. Auch später blieben Paulus und Apollos Gesinnungsgenossen. Nicht lange vor seinem Tode empfahl der Apostel den Alexandriner der Fürsorge seines Schülers Titus (Tit. 3, J3). Mit dem letzteren hielt sich Apollos damals auf der Insel Kreta auf, wollte aber dieselbe verlassen. Fortan verliert sich seine Spur: eine Erinnerung an Matth. \7, 8. Es ist möglich, daß er zuletzt in seine Heimat zurückgekehrt und als einer der vielen christlichen Märtyrer, welche Alexandrien aufzuweisen hat, gestorben ist. Der Sage nach wurde hier von Petrus eine Gemeinde gegründet und war Markus ihr erster Bischof. Im H. Jahrhundert nahmen die Bischöfe von Alexandrien, deren größter Athanasius war, den Titel „Patriarchen" an. Auch die berühmte Katechetenschule, die zuerst der Heidenmission, später der Ausbildung von Predigern diente, soll schon Markus eingerichtet haben. Unter ihren Lehrern stehen Elemens und Origines obenan. Luther hielt Apollos für den Verfasser des Hebräerbriefs, jenes zwischen den Jahren 63 — 67 von Italien aus an palästinensische Iudenchristen gerichteten Schreibens, welches man einen Kommentar des levitischen Gesetzes nennen kann. Für diese Vermutung spricht vieles. Jedenfalls giebt uns der genannte Brief die richtige Vorstellung

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