Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 5 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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__ 35 __ Vereinigung der griechischen Philosophie mit der israelitischen Religionslehre. Trotz alledem hatten die Juden, die hier wie in Antiochien unter einem eigenen Ethnarchen standen, zu Zeiten schwere Bedrückungen zu erleiden. Unser Alexandriner, dessen Geburt in die Jahre 20— 25 n. Lhr. fällt, wird keiner gesetzesstrengen Familie angehört haben. Sonst hätte er wohl nicht einen Namen geführt, der ihn mit dem Sonnengott der Griechen in Verbindung brachte. Apollos ist gleichbedeutend mit Apollonius. Vielleicht hieß er so zur Erinnerung an den Dichter Apollonius, welcher in Alexandrien unter den ersten Ptolemäern die Thaten der Argonauten besungen hatte. Bekannte Träger desselben Namens waren im h und 2. christlichen Jahrhundert Apollonius von Tyana und Apollonius von Rom. Zn dem Abschnitt der Apostelgeschichte, in welchem Apollos vorkommt ((8, 2\ ff.), erscheint er bereits als Thrist. Wo er dies geworden ist, wird nicht gesagt. Ob er aber in seiner Geburtsstadt oder außerhalb derselben (etwa in Jerusalem, wo es nach Apg. 6, 9 eine Synagoge der Alexandriner gab,) den U)eg des HErn kennen lernte: jedenfalls wurde er ein eifriger Zeuge der Wahrheit. Er glaubte und bekannte, daß Jesus der erwartete Messias Israels sei. Mit beredter Zunge und mit guter Aenntnis des Alten Testaments, das ja in Alexandrien unter ptolemäus II. Philadelphus (285—^7) im griechischen Sprachgewande aufgetreten war, trug er das Evangelium vor. Aber seiner Glaubenserkenntnis und daher auch seiner predigt haftete noch ein Mangel an. Nicht Zesusjünger, sondern Johannesjünger hatten ihn unterwiesen. Wie diese, kannte er nur die Zohannestaufe, nicht die christliche Geistestaufe (Apg. (9, 2 ff.). Da wurde dem eifrigen Manne, der das eine, ihm anvertraute Pfund nicht vergraben, sondern ausgenutzt hatte, ein gründlicherer Unterricht zuteil und so auch Gelegenheit geboten, noch mehr zu wirken als bisher. Wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe. Der Schauplatz der Erweiterung und Vertiefung seines geistlichen Lebens war Ephesus, die große Hauptstadt Vorderasiens. Als er hier in der Synagoge predigte, befanden sich unter seinen Zuhörern Aquila pontikus und priscilla. Diese Zeltmacherfamilie, die in Aorinth durch Paulus zum vollen Heil geführt worden war, nahm sich des schriftkundigen Alexandriners an, um ihm den Heilsweg genauer darzulegen. Der Gelehrte verachtete die ungelehrten Leute nicht: nicht wissensstolz, sondern wißbegierig blickte er auf sie hin. Und so lernte er die ganze Herrlichkeit des neuen Bundes kennen. Seine Seele durfte im Glanz des himmlischen Lichtes vollends genesen. Sein Mund durfte der Freude über den Gott feines Heils begeisterten Ausdruck geben. Wahrscheinlich empfing er dann auch die christliche Taufe zur Versiegelung des Abschlusses seiner inneren Entwicklung: der wahren Vereinigung mit dem erhabenen Gegenbild des heidnischen Sonnengottes, der Sonne der Gerechtigkeit, in deren Flügeln oder Strahlen für alle Wunden Heilung zu finden ist (Mal. 2). Das christliche Haus in Ephesus, welches für das persönliche