Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 5 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Z4 in ein Aleidungsstück, hinein. Da nahm sich der eine der beiden Israeliten des obdachlosen Missionars an, führte ihn in sein Haus und bereitete ihm auf einem 5ofa ein bequemes Lager. Tr schien auch dem Evangelium sein Herz zu öffnen: am Morgen erzählte er mir, daß er nachts noch lange in dem ihm überreichten hebräischen Neuen Testament gelesen habe. Aber die Folgezeit ließ es mich leider bezweifeln, ob die Hinneigung zum Heiland der Welt eine bleibende war. Ihr Männer von Israel, die Ihr von Euren Vätern die schöne Tugend der Gastfreundschaft geerbt habt, warum gewähret Ihr so selten dem Herberge, der vor $00 Jahren der Verheißung gemäß aus Davids Geschlecht hervorgegangen ist, um seinem Volk und allen übrigen Völkern der Erde ein Reiter zu werden? Warum fehlt Euch so oft des Kaufes schönster Schmuck, die Gastlichkeit, welche dem priesterlichen Himmelskönige die Bitte vorträgt: „Aomm, Herr Jesu, sei unser Gast?" O, laß ihn ein, den Gottesmann! Kein Grund davon abhalten kann, wenn einer, so ist er es wert, Daß maii als lieben Gast ihn ehrt. Und kehrt er huldvoll bei Dir ein, will er Dein Gin und Alles sein, Dann halt' ihn fest in Deinem Haus Und laß ihn nimmermehr hinaus! Apollos von Alexan-rien. Die Entstehung des Christentums setzte nicht nur einen einzelnen Volkskörper in Bewegung, so daß seine pulse flogen und sein Her; höher schlug: dies Ereignis;og bald auch Teile der übrigen Menschheit in Mitleidenschaft. Die neue Religion war berufen, die alte lvelt aus ihren Angeln zu heben. Der Alexandriner Apollos zählt zu den Helden des apostolischen Zeitalters, die, wenn auch nicht wie die Apostel im Vordertreffen, doch in der zweiten Reihe der Aämpfer gegen Unuud Aberglauben zu Felde zogen. Seine Heimat war die 332 v. Ehr. an der westlichen Ecke des Nildeltas von Alexander dem Großen erbaute, 3f v. Ehr. römisch gewordene Stadt, in welcher 3 Erdteile zusammenstießen und daher auch die verschiedensten Offenbarungen geistigen Lebens stattfanden. Den Grundstock der Bevölkerung bildeten Griechen, wie sich ja dies Volk seit Herodot von Egypten besonders angezogen gefühlt hatte. Aber 2 von den 5 Quartieren der Stadt bewohnten Juden. Infolgedessen verschmolzen hier Griechentum und Judentum in eigentümlicher lveise mit einander. Man beteiligte sich gemeinsam nicht nur am Handel, sondern auch an Runst und Wissenschaft. Während es in Leontopolis einen jüdischen Tempel gab, als dessen Muster dem Erbauer, dem Priester Onias, das Jerusalemer Heiligtum gedient hatte, zeigte die größte von den zahlreichen Synagogen Alexandriens, eine Basilika, welche Tausende faßte, die Formen der griechischen Baukunst. Besonders merkwürdig ist die schon von Aristobul begünstigte, am meisten aber von philo, dem Zeitgenossen Ehristi, erstrebte