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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 5 (1896) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
5 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 5. — 52. Jahrgang. — 1886. Inhalt: Israelitische Gastfreundschaft. — Apollos von Alexandrien. — In Mogador. — Die gelöste Preisangabe. — Zu Pf. \25, 2. — Zu Iesaia 53. — Jüdische Chronik. — Bücherbericht. — Anerbieten. Israelitische Gastfreundschaft. In den Lebens- und Berufserinnerungen der Gräfin Rittberg, der Oberin des Hilfsschwesternvereins in Berlin, findet sich ein Beitrag zur Behandlung des obigen Themas. Während des Arieges von J866 kam die Gräfin einst um Mitternacht mit andern Pflegerinnen in die böhmische StaM Moritz. Der Leiterwagen, welcher die 6 Frauen von Aöniginhof aus dorthin gebracht hatte, hielt auf dem Marktplatz. Man suchte zunächst eine Nonne auf, von welcher ein Malteserritter behauptet hatte, daß sie noch eine Matratze vorrätig habe. Aber die letztere konnte den müden Reisenden nicht mehr als Nachtlager überwiesen werden: die Nonne hatte sie längst an einen Verwundeten vergeben. Außerdem war im Lazareth nicht einmal für Line Person Raum, geschweige denn für sechs. „Sehr enttäuscht", schreibt die Gräfin, „ja, etwas verzweifelt trat ich den Rückweg an. Wir konnten doch unmöglich die Nacht auf dem Marktplatz stehen bleiben: der Rutscher verlangte, daß wir ihn sofort entließen. An eine Unterkunft in einem Gasthause war nicht zu denken, da überall Verwundete untergebracht waren. Da sah ich einen Mann dahinwandern. Ich stürzte ihm nach, trug ihrn unser Anliegen vor und fragte ihn um Rat, wo wir wohl die Nacht Unterkommen könnten. Gr bot uns in freundlichster Weife fein eigenes Zimmer, fein eigenes Bett an, und nun hielten wir dankbaren Herzens unfern Einzug bei dem gastlichen Manne, der seine eigene Bequemlichkeit mit Freuden opferte; es war ein Jude." Die vorstehende Erzählung rief dem Schreiber dieses ein Erlebnis aus denr Sommer des Jahres \886 ins Gedächtnis. Auf einer Missionsreise durch Galizien kam ich in später Abendstunde auf dem Bahnhof einer kleinen Stabt an. Ich machte hier die Bekanntschaft zweier Israeliten, die am Ort ansässig waren. Wir pilgerten zusammen in die abseits von der Eisenbahn liegende Stadt. Unter lebhaften Gesprächen, die sich uni Israels große Hoffnung und deren Erfüllung in Jesu drehten, erreichten wir das Gasthaus, von dem mit meine Begleiter gesagt halten, daß ich dort einkehren könnte. Aber es war schon alles verschlossen und kein Licht mehr zu sehen. Als ich an die Thüre pochte, fuhr ein mächtiger Hund, der wohl von außen das Haus zu bewachen hatte, auf mich zu und biß zwar nicht in die unmittelbare, aber doch in die mittelbare Bedeckung meiner Änochen,

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