Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 4 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555048-2555052--09570-2565740- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
29 verheißt dein, der ihr gehorcht, daß er sicher bleiben, genug haben und kein Unglück fürchten werde (Spr. l 33). Die alferreichsten geistlichen Schätze aber erlangt das Glied des neuen Bundes. Der Thrist trägt in sich die Gewißheit, daß Sünde, Tod und Grab für ihn bezwungen sind. Gottes Gnade führt ihn aus Nacht und Dämmerung hinaus ans Helle Licht und öffnet den Mund zu Lobliedern und Bekenntnisworten. Die überströmende Freude äußert sich in dem Gebet: „Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück" Qef. 38, \7). Sie giebt sich aber auch kund in der Einladung des Geretteten: „AommetI Wir wollen wieder zum HErrn. Er wird uns am dritten Tage aufrichten, daß wir vor ihm leben werden" (Hof. 6, f f.). Aus Zafed. Unter den Besuchern der englischen Missionsbuchhandlung in Safed zeichneten sich in den letzten 3 Monaten des vorigen Jahres fünf Israeliten durch die Regelmäßigkeit aus, mit der sie erschienen. Wie sie sich in der Abendschule der Mission die Aenntnis der englischen Sprache erwarben, so ließen sie sich von dem Verwalter der Bücherniederlage in den Lehren des Thristentums unterrichten. Drei von ihnen wünschten in Safed getauft zu werden und bekannten sich vor den Juden offen als Thristen. Sooft ein Rabbiner zu ihrem Lehrer kam, unterstützten sie den letzteren in der Bezeugung des christlichen Glaubens. Einmal äußerten sie gegen einen Rabbiner ihr Erstaunen darüber, daß er trotz seiner Gelehrsamkeit nicht erkennen wolle, was Mose und die Propheten über Ehristum verkündigt haben. „Mir sind jung und ungelehrt," sagten sie, „und doch erkennen wir es jetzt, und wir glauben auch an den, den wir solange verworfen haben." Man suchte nun jüdischerseits die Missionsarbeit zu unterdrücken. Die Rabbiner bedrohten jeden mit dem Bann, der sich mit den Missionsleuten einlaffen würde. Aber das half nichts. Die jungen Männer, die im Unterricht standen, setzten ihre Besuche fort. Da sandte man einige Gelehrte ab, die mit ihnen reden und ihren 5inn ändern sollten. Diese fragten sie: „Warum wollt Ihr Thristen werden und Eure Ehre und die Ehre Eurer Familien verlieren?" Sie erwiderten: „Abraham verließ durch Glauben sein Vaterland und seine Verwandtschaft und ging in ein fremdes Land. Wie könnten wir also unsere Familien verunehren?" Als auch auf diesem Wege nichts zu erreichen war, verbot man den Eltern, die Jünglinge zu beköstigen. Aber die Verstoßenen fanden in einem christlichen Hause ihr tägliches Brot. Jetzt wurden Leute dazu bestellt, die kühnen Bekenner zu erschrecken und zu schlagen, wo immer sie sich sehen ließen. Der eine wurde so gemißhandelt, daß er erklärte, er werde sich von der Mission zurückziehen. Ein anderer wurde in seiner Wohnung überfallen und mit dem Tode bedroht, wenn er nicht versprechen würde, seine Wanderungen zu den Thristen einzustellen. Dem dritten lauerten die Fanatiker eines