Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 4 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 28 euren heißen Thränen benetzet? Die Auferstehung Ehristi bietet aber nicht nur dem Einzelnen einen Stab dar, an welchen: er sich unter Sündenangst und Todesnot aufrechthalten kann: sie verheißt auch einen großen Ostertag für die ganze Menschheit. Aus dem Tode soll dereinst neues Leben erblühen und so in einem doppelten Sinn Hesekiels Gesicht von dem Friedhofswunder Wahrheit werden. Warum vergissest du das so oft, du Airche Jesu Ehristi, und erweckst den Verdacht, daß dein Glaube nicht der Sieg ist, welcher die Welt überwindet? Die dritte Thatsache, welche die Ostergeschichte bezeugt, ist diese: das vom Haß bedachte, von der Liebe vergessene Weissagungswort Jesu wird von der rechten Hand des höchsten verwirklicht. Man lese Apg. 5, 30 f. I Petrus, der hier vor dem Hohenrat von seines Meisters Auferstehung redet, ist einer von den Jüngern, die dies Ereignis eine Zeitlang für unmöglich hielten. Auch Petrus hatte das Wort: „Ich will nach 5 Tagen auferstehen" vergessen. Auch sein Glaube war am Ostermorgen ein armseliger und trübseliger. Als er mit Johannes das leere Grab gesehen hatte, glaubte er mit ihn: und den Frauen, daß unbekannte und unbefugte Hände den Leichnam Jesu weggeschafft hätten, gälten die beiden Apostel an die Auferstehung Jesu geglaubt, dann hätten sie Maria nicht länger weinen lassen und wären nicht still nach krause zurückgekehrt. Auch Petrus setzte der Osterbotschaft einen hartnäckigen Widerstand entgegen und nannte die Erzählungen der Frauen vom Osterwunder Märlein. Wodurch wurde nun dieser selbe Mann ein todesmutiger Osterzeuge? Jesus erschien ihm als der Auferstandene. Petrus sah, hörte und berührte den Todesüberwinder, aß und trank mit ihm. Er erhielt unumstößliche Beweise dafür, daß er es nicht mit einer Truggestalt seiner Einbildungskraft, sondern mit dem wirklichen, leibhaftigen Heiland zu thun hatte. In den Kerzen der Frauen führte der durch ein Engelwort erregte Aampf zwischen Furcht und großer Freude infolge der Begegnung mit dem Lebensfürsten zum Siege der Freude über die Furcht. Bei Petrus verwandelte der Anblick des Erstandenen unbedingten Unglauben in unbedingten Glauben. Gott redete in einer That zu den Jüngern: da verstanden sie, was sein Sohn in einem Wort ausgesprochen hatte, und priesen ihn mit Wort und Wandel. Jetzt wagten es Matthäus und die andern Evangelisten, in ihre Schriften einen Osterbericht aufzunehmen. Jetzt bekannten sie ihren Osterglauben unter einander und vor andern (Ioh. 2, 22; s. Petri s, 5). Die rechte Hand des Höchsten hatte alles geändert. D du starke Gotteshand, welche Wunder kannst du vollbringen! O du treues Gottesherz, wie stellst du die Allmacht in den Dienst deiner Menschenliebe! Angesichts des Osterwunders wollen wir uns unseres Unglaubens schämen, uns schelten lassen wegen unserer Thorheit und Herzenshärtigkeit, uns mahnen lassen: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." Wer denen glaubt, die Iesum als Auferstandenen gesehen haben, der darf dann ein weiteres Zeugnis von der Thatsächlichkeit der Auferstehung des Herrn im eigenen Innern vernehmen. Die alttestamentliche Weisheit