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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 4 (1896) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
4 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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27 zuerst verkündigten, also genau und zutreffend. Freilich beobachtet der Haß ein solches Verfahren nur in der Absicht, die göttlichen Offenbarungen zu Gegenständen seiner Angriffe zu machen. Daß er mit den letzteren nichts erreicht, daß alle seine Pläne zur Ausrottung des Namens Thristi scheitern, ist selbstverständlich. Wenn wir Jesu Wort von seiner Auferstehung ins Licht der Ostergeschichte stellen, so fällt uns noch eine zweite merkwürdige Thatsache auf: die Liebe vergißt's. Man kann erwarten, daß am Ostermorgen im Areise der Jünger Jesu Psalmgesänge und Harfenklänge erschallen, daß einer zum andern spricht: „Freue dichl Der große dritte Tag ist da. Salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht! Jetzt ist nicht mehr Zeit, zu fasten und zu klagen. Laßt uns wie vor 8 Tagen palmzweige von den Bäumen schneiden und unsere Kleider auf den Weg breiten, um den aus dem Tode zurückkehrenden König des Himmelreichs würdig zu empfangen!" Ja, so hätte es sein sollen. Aber wie sah es in Wirklichkeit bei jenen Ghristen und Thristinnen in Jerusalem aus? Ihre einzige Sorge ist, wie sie mit ihren Spezereien an den toten Körper des Herrn herankommen können. Schon anr Abend des Ostersonnabends machen Maria Magdalena und andere Frauen die nötigen Ginkäufe, und am Ostersonntag pilgern sie ans Grab, um das durch den Sabbath unterbrochene traurige Geschäft der Ginbalsamierung wieder aufzunehmen: Mark. \6, s f. Die jüdische Art der Ginbalsamierung war weniger umständlich als die egyptische. Man begnügte sich damit, die einzelnen Glieder und endlich den ganzen Leib mit Leinwandsstreifen, welche die Spezereien (z. B. eine Mischung von Myrrhen und Aloen) enthielten, zu umwickeln. Aber auch so bannte man den Toten immer mehr in den Tod hinein. Sehet ihr denn nicht, ihr Frauen, daß eure Liebe irregeht? Alle Menschen sind Lügner, und auf Menschenwort ist kein Verlaß. Aber die Weissagung: „Ich will nach 3 Tagen auferstehen" hat der göttliche Messias, der treue und wahrhaftige Zeuge, euch hinterlassen: wie sollte sie nicht in Grfüllung gehen? Gottlob, ihr seid unfähig, ihn mit eurem Linnen festzubinden, ihn ans Grab zu fesseln. Ihr könnt ja nicht einmal die Gewalten des Frühlings, die jetzt allerorten geschäftig sind, eindämmen und das Lebensfeuer, welches in Baum und Strauch brennt, dämpfen. Wieviel weniger wird es euch gelingen, den für immer zu einem Bewohner des Staubes zu machen, welcher die Auferstehung und das Leben ist! Ach, das unselige Vergessen! Wieviel Herzweh bereitet es uns! Wenn der Heiland..seine Auferstehung weissagte, stellte er sie auch dar als ein Mittel zur Überwindung unseres geistlichen und leiblichen Todes. Sie vollendet sein Grlösungs- und Versöhnungswerk und giebt uns die Gewißheit, daß wir mit ihm leben werden, daß sein Diener sein wird, wo er ist. Habt ihr das alles vergessen, ihr Unglücklichen, die ihr um eure Sünden trauert und keinen Frieden für euer gefoltertes Gewissen findet? Habt ihr den himnilischen Trost, daß nicht im Grabe bleiben kann, wer Ghristo angehört, ganz vergessen, ihr Leidtragenden, die ihr den Grabhügel eures Toten wieder und wieder mit

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