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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 3 (1896) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
3 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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20 Edward wurde M5 als Sohn einer Edinburger Familie geboren, die der Sezession angehörte, d. h. außerhalb der schottischen Landeskirche stand. Von toter Strenggläubigkeit führte ihn Gott durch verschiedene Ereignisse zu lebendiger Heilsgewißheit. Namentlich übten die Predigten des landeskirchlichen Pfarrers Bruce einen tiefen Einfluß auf ihn aus. Das in Schottland neu entzündete Feuer der göttlichen Wahrheit brannte fortan hell in ihm. Über die einzige theologische Schwierigkeit, die er empfand, die Lehre von der Gottheit Thristi, klärte ihn das Alte Testament auf, besonders Ies. 9, 6. Eines Tages glaubte der damals Neunzehnjährige eine Stimme zu hören, die ihn fragte: „Warum nicht jetzt?" Das war der entscheidende Wendepunkt. Jetzt übergab er sich Thristo mit ganzem Kerzen, und jetzt wußte er auch, daß die Treue Gottes ihn immerdar bewahren werde. Ohne Neugierde wegen der Gestaltung seiner Zukunft vertiefte er sich in philosophische und in theologische Studien, die aber die Pflege des in seiner Seele geweckten göttlichen Lebens nie verhinderten. Er liebte es, die wissenschaftlichen Fragen bis zur Quelle zu verfolgen. Einmal las er sämtliche Airchenväter, um einen Aufsatz auszuarbeiten. Dabei suchte er Rinder und Erwachsene dem Erlöser zuzuführen, wie auch viele unter seinen Altersgenossen sich ganz dem Dienst de- HErrn weihten. Während dieser herrlichen Erweckungszeit in Edinburg brach sich überall die Erkenntnis Bahn, daß es Thristenpflicht sei, den Heiden das Evangelium zu predigen. Aber auch der Juden erinnerte inan sich. Einige Männer wurden von der Rirche Schottlands abgeordnet, um den religiösen Zustand Israels in den verschiedensten Ländern zu erforschen. Als sie j8H0 von ihrer Reise zurückkamen und über dieselbe berichteten, stieg das Interesse an dem Volk des alten Bundes. Aber man hatte noch keinen Missionar. Einmal fragte Edward den Leiter des für die Iudenmission ernannten Romitees: „Wann und wie wollen Sie anfangen?"' Er erhielt die Antwort: „Wir warten auf den geeigneten Mann." Edward, der bei seinem Bibelstudium besonders durch Ies. sh ff und Röm. ff über Gottes Gnadenabsichten für Israel belehrt worden war, meinte in jener Antwort die Fragen der Airche zu vernehmen: „Wen sollen wir senden? Wer will für uns gehen?" Er hatte gerade sein achtjähriges Universitätsstudium beendet nnd war bereit, jede Stelle anzunehmen, die ihm das Haupt der Rirche anweisen würde. „Einer muß gehen", sagte er sich. „Warum nicht ich?" Nach reiflicher Überlegung und ernstem Gebet bot er den Freunden Israels seine Dienste an und wurde angenommen. Seine Familie war mit seinem Entschluß durchaus nicht einverstanden. Seine Mutter äußerte, als sie von der Sache hörte: „Ich werde zu Bette gehen, um nie wieder aufzustehen." Die Schwester sagte: „Das ist für mich schlimmer als der Tod." Aber Gottes Gnade führte bei den Angehörigen bald eine Ünderung der Denkweise herbei. Auch bei ihnen hatte in diesen Jahren Thristus mehr und mehr Boden gewonnen. Am fh März f8^ wurde Edward in Anwesenheit einer großen Gemeinde als der erste Iudenmissionar der Airche Schottlands ordiniert. Bald darauf reiste er nach Jassy,

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