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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 3 (1896) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
3 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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damals alle Erstgeburt in Egypten schlug, verschonte Israel. Noch in derselben Nacht erfolgte der Aufbruch des erretteten Volks. Dieses zog in einer Stärke von 2 Millionen Seelen von Ramses nach Sukkoth. Gott führte es aus dem Diensthause heraus, der Freiheit entgegen. Das Gedächtnis dieser Geschichte wird alljährlich am passahfest erneuert. Ihr menschlicher Held ist Mose. Er überbrachte Gottes Befehle. Er ordnete die Tötung eines Lammes und die Verwendung des getöteten Tieres für die passahnacht an. Er besprengte später am Sinai nach Vorlesung des Bundesbuchs ganz Israel mit dem Blut der von auserlesenen Jünglingen geschlachteten Tiere (Farren) und richtete hiermit den Bund zwischen dem Volk und seinem Gott auf. „Das ist das Blut des Bundes, den der HErr mit euch macht über allen diesen Morten", sagte er. Daß aber auch dieser große Mann nicht frei war von dem, was uns alle bändigt, verhehlt die Bibel nicht. Sogar mit Blutschuld war Mose bedeckt. Nur Ein Mittler hatte keinen Anteil an der Menschen Sünde: der Vollbringer des größten Erlösungswerkes. Ihm und seiner That zu Ehren feiert die Kirche die Passionszeit, die im Karfreitag gipfelt. Unsere Natur ist wurmstichig. Krank kommen wir auf die Melt, und von Tag zu Tag nimmt diese Krankheit, die Sünde, zu. Die Sünde aber macht Gott gegenüber schuldig und straffällig. Mie komme ich los von der Kette, die ich auch dann hinter mir Herschleppe, wenn mich Gottes Gnade vor groben Gesetzesübertretungen und so vor Kerkermauern bewahrt hat? Mer bringt den Ankläger in meiner Brust zum Schweigen? Mer nimmt von mir die Furcht vor Tod und Gericht? Das Erlösungsbedürfnis kann Befriedigung finden. Das von den Propheten Israels geweiffagte Erlösungswerk ist zur festgesetzten Zeit vollbracht worden. Aufgrund eines ewig giltigen Sühnopfers will Gott sich mit der Melt versöhnen. Der aber den Ratschluß des höchsten zu unserm heil verwirklicht hat, ist sein eigener, sündloser Sohn. Äußerlich vermag Gott auch durch geringe menschliche Merkzeuge zu retten. Mose, Esther und Mordechai, auch Judas Makkabäus, der Erneuerer des Tempeldienstes i. I. J65 v. Lhr., welcher dem Lhanukkafest das Dasein gegeben hat, waren imstande, Israel vor dem äußeren Untergang zu bewahren. Aber gegenüber der Sünde reicht die menschliche Kraft nicht aus. Ein gewöhnlicher Adamssohn hätte nimmermehr von ihr erlösen können. Nur als der göttliche Iungfrauensohn konnte Jesus die ehernen Thüren zerbrechen und die eisernen Riegel zerschlagen, hinter denen der Fürst der Finsternis seine Beute gefangen hielt. Nur als das reine Gotteslamm konnte er für uns den Tod schmecken und mit seinem Blut den geweissagten neuen Bund schließen. Das purimfest der Israeliten wird hauptsächlich mit Gastmählern in den Häusern und mit Schenkungen an Reiche und Arme gefeiert. Doch unterläßt man es nicht, bei der Vorlesung des Buches Esther mit kurzen Gebeten Gott zu loben. Am paffahfest nimmt dies Dankopfer der Lippen einen breiteren Raum ein. An ihm erschallt ebenso wie am Pfingst-, Laubhütten- und Ehanukkafest, sowie an

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