Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 3 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Jtonatsblcitt für Israeliten und Freunde Israels. 52. Jahrgang. — 1896. Anhalt: Purim, Pciffah und Passion. — Daniel Edward. — wo sind die guten Agitatoren? — Professor Jul. wüller-6alle über Toleranz. — Au Ioh. \3f 13. — Die Londoner Iudenniission in Berlin J8.95. — Todesfälle 1895. — Lnipfangsbescheinigung. Purim, Passah und Passion. Der ^3., und \5. Tag des Monats Adar (im Schaltjahr des Ulonats Weadar) wecken bei einem Israeliten die Erinnerung an eine der unzähligen Wohlthaten, die Gott seinem Volk erwiesen hat. Haman, der erste Ratgeber des Perserkönigs Terxes, beschloß i. I. ^7% v. Ehr. umsonst die 2lusrottung der jüdischen Unterthanen seines!)errn. Der \3. Tag im \2. Monat des jüdischen Kalenderjahrs, dm er sich durch Lose (Purim) zur Ausführung seines Mordplans hatte bestimmen lassen, wurde der Todestag seiner lfO Söhne und vieler tausend judenfeindlicher Perser, nachdem haman selbst schon früher hingerichtet worden war. Esther (hadassa) und Mordechai waren die menschlichen Werkzeuge, deren sich Gott bei dieser Rettungsthat bediente. Wie einst Debora und Barak vereint den Kananiterkönig Iabin überwanden, so führte das Zusammenwirken von Esther und Mordeckai den Sturz des Agagiters (also Amalekiters) Haman herbei. Man vermißt an Mündel und Vormund das Erhabene. Esther verheimlicht anfangs ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Volk. Auch weigert sie sich zuerst, für dasselbe bei Lerxes Fürbitte einzulegen. Ebenso fehlt es Mordechai anfänglich an Mut. Er ist es, der Esther davon abhält, Farbe zu bekennen, und so wider seinen Willen eine große Gefahr für die persischen Juden heraufbeschwört, (Hätte sein Mündel sich offen als Jüdin bekannt, so hätte Haman nicht gewagt, die Volksgenossen der Königin dem Verderben preiszugeben.) Mißbilligen kann man ferner die Bitte, welche Esther nach der Erwürgung von 500 Widersachern in Susan ihrem Gemahl vorträgt. Aber Unvollkommenheit haftet allen Heldengestalten an, von denen die israelitischen Freiheitsseste erzählen. Sie tritt uns auch am ältesten derselben, dem passahfest, entgegen. In der letzten Nacht, welche die Nachkommen Jakobs zur Zeit Moses in Egypten zubrachten, erfuhren sie ein pefach Adonai, ein Vorüberschreiten des Ewigen. Wer am Tage des Monats, welcher fortan als der erste des Jahres galt, gegen Sonnenuntergang das bereits am ^0. Tage ausgewählte Lamm schlachtete und mit dem Blut die beiden Thürpfosten und die Oberschwelle seines Dauses bestrich, der konnte sich mit den Seinen in der folgenden Nacht ungestört den Freuden eines Mahles hingeben. Der Verderber, welcher