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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 2 (1896) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
2 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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*3 Glaubens- und Lebensgesetz zu gelten hat. Gr versprach, den ihm zuteil gewordenen Unterricht nie wieder vergessen zu wollen. Nachdem das Haupthindernis, welches ihn nicht zu näherer Verbindung mit Lhristo kommen ließ, beseitigt worden ist, wird er hoffentlich den Weg betreten, der zum ewigen Leben führt. Fritz Reuter, der Liebling des deutschen Volkes, war mit manchen Israeliten befreundet. Soeben wird ein Brief bekannt, den er an einen ihm besonders teuern Mann, den Stavenhagener Arzt, Or. M. Liebmann, i. I. \867 von Eisenach aus richtete. Er erzählt hier von einem hübschen Goldsischlein, welches ihm ins Netz gelaufen fei. Gemeint ist der dem Dichter verliehene Tiedgepreis von \00 Dukaten. Von dieser Summe sendet er 750 Mk. an Dr. L., seinen ehemaligen Schulkameraden, für ein in Stavenhagen zu erbauendes Arankenhaus. Reuter schreibt: „Weil ich seit langen, langen Jahren Dein treues, ehrenvolles Wirken in Deinem Berufe und Deine Liebe und Freundschaft für mich kenne, sende ich diese Gabe an Dich. Dir, dem Juden, der in trübster Zeit, in Not und im Tod treu zu mir gestanden hat, verdanke ich viel mehr als manchem durch seinen Glauben aufgeputzten Lhristenmenschen. . . Damals, als es not Lhat, da hatte ich wirklich keinen, der mir so treu zur Seite stand wie Du." Reuters treueste Freundin war seine J85J ihm angetraute, im Juni fast 20 Jahre nach seinem eigenen Tode, entschlafene Gattin Luise, die Tochter des Predigers Runtze. Während der schweren Leidenszeit ihres Mannes pflegte sie denselben mit unermüdlicher Hingabe. „Wie oft," heißt es in einem ihr gewidmeten Nachruf, „hat dies edle Weib fein dichterisches Schaffen angeregt und in die rechten Bahnen geleitet! Wie oft hat Luise zu Papier gebracht, was die Muse seiner Leidensnächte ihm eingegeben hatte!" In einer Nacht ließ er durch sie seine Grabschrift niederschreiben: „Der Anfang, das Ende, o Herr, sie sind Dein. Die Spanne dazwischen, das Leben, war mein. Und irrt' ich im Dunkeln und fand mich nicht aus: Bei Dir, Herr, ist Klarheit, und licht ist Dein Haus!" Da bat Luise: „Mache auch mir meine Grabschrift I" Aber Reuter erwiderte: „Nein, das erregt mich zu sehr!" „Nun," sagte Luise, „so will ich sie Dir geben: „In der N)elt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die weit überwunden!" (Ioh. \6, 35.) — „D nein, nein," rief Reuter, „die nicht! Das thut mir weh. Deine Grabfchrift soll sein: „Sie hat tm Leben Liebe gesäet, Sie soll im Tode Liebe ernten." Zollen die Juden Mission treiben? Eine in verschiedener Einsicht lehrreiche Beantwortung dieser Frage veröffentlicht Dr. N. Samter in der „A. Z. d. I." ({8^)5, No. HO f.). Gr bejaht sie, wenn er auch Glaube Montefiores Urteil

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