Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1896-01-01 · 2 (1896) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
2 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2555048-2555050--09551-2565719
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

der rüstige, kräftige Mann ihr zum Opfer, von den 3 Hinterbliebenen Aindern, welche sämtlich evangelisch geworden sind, befinden sich 2 zurzeit in einer Pension und sollen demnächst in einem ev. Waisenhause Aufnahme finden. (Lins lebt bei seinem jüdischen Großvater. Der gute Eindruck, den ich von,.dem verhältnismäßig früh Vollendeten empfing, wurde durch eine Äußerung seines letzten Seelsorgers bestärkt. „Auch nach meinem Dafürhalten," schrieb mir derselbe, „gehörte £). wirklich zu denen, die aus Überzeugung christlich geworden." So wird denn dieser proselyt in meiner Erinnerung fortleben als ein Nathanael (Ioh. den keinerlei äußere Vorteile, sondern lediglich innere Beweggründe zum Eintritt in die Gemeinde Jesu Ehristi veranlaßten. _ Ein Mischer Religionslehrer bekannte dem Wiener Iudenmissionar Kameras, daß er sich zum Lhristentume hingezogen fühle. Die erhabene Person des Erlösers, feine herrlichen und trostreichen Lehren, die Segnungen, welche die göttliche Vorsehung über die Kirche ausgegossen habe, dies alles mache einen tiefen Eindruck auf ihn. Ein großes Hindernis aber habe lange zwischen ihm und Ehristo gestanden: der Talmud. Der Mann war sehr dankbar, als der Missionar ihm dies Hindernis im rechten Lichte zeigte. „Der Talmud," sagte K., „verdunkelt den Glauben an das Wort Gottes. Dies weiß nichts davon, daß Gott auf dem Sinai neben dem geschriebenen Gesetz ein mündliches gegeben habe. Im Gegenteil soll das geschriebene nach 5. Mose % 2 die einzige Lebensregel bilden. Die Talmudisten bürden mit ihrem zweiten Gesetz den Juden ein unerträgliches Joch auf, und viele ihrer Vorschriften widersprechen geradezu den heiligen Geboten Gottes. Wie unwürdig ist die talmudische Darstellung des göttlichen Wesens und der göttlichen Eigenschaften! Zauberei, das Tragen von Amuletten und ähnliche Dinge werden beifällig besprochen. Die Sabbath- und Festgesetze sind von endloser Länge. Die willkürliche und thörichte Auslegung des Sittengesetzes entsittlicht. Frauen und Ungebildete werden verächtlich behandelt. Die Selbstrechtfertigung wird hochgehalten. Die heilige Geschichte entstellt man durch Fabeln. Für die purimfeier empfiehlt man Schwelgerei und Unmäßigkeit. In der Hauptsache ist der Talmud ein Netz des Aber- und Unglaubens. Er fügt Israel großen Schaden zu und schließt es vom Vollgenuß der biblischen Tröstungen aus." Als den Mittelpunkt der heiligen Schrift bezeichnete K. Iefum, den Messias. Dann fuhr er fort: „Je länger Sie sich mit den Weissagungen beschäftigen, welche dem Volk Israel die Ankunft eines Erlösers ankündigen, desto mehr werden Sie sich davon überzeugen, daß derselbe längst gekommen sein muß. Nach Aaggai 2 und Mal. 3 muß er zur Zeit des zweiten Tempels erschienen sein. Daß Jesus der wahre Messias ist, folgt daraus, daß die Weissagungen nur in ihm erfüllt worden sind. Noch immer suchen ihn die Völker. Alle Menschen sollen sein Erbe und der Welt Enden sein Eigentum werden." Der Religionslehrer erkannte an, daß die heilige Schrift als das einzige

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.