Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 1 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht da. 3m Widerspruch mit der Naturordnung schenkte er Abraham eine Nachkommenschaft, welche den Sternen des Fimmels und den Sandkörnern am Meeresufer gleicht. Und der Gott Israels ist auch Israels Fels, der Schöpfer ist auch der Grhalter. Mit starkem Arm leitet er fein Volk durch die Jahrtausende. Oft biegt dieses in schnödem Ungehorsam mit eiserner Stirne und ehernem Nacken von Gottes Wegen aus. Aber Israels Untreue hebt Iehovahs Treue nicht auf. Der unwandelbar treue, seinen Bund mit Israel aufrechthaltende Gott ist weiterhin der Urheber und Pfleger von Davids Heilserkenntnis. Aus Nathans Botschaft, 2. Sam. 7, und späteren Offenbarungen weiß der König, daß unter einem seiner Nachkommen eine Heilszeit für die Menschheit anbrechen soll. Gr weiß von diesen Dingen, denn Gott hat sie ihn wissen lassen. Gr spricht von ihnen, denn Gott hat mit ihm über dieselben gesprochen, ja, ihm dieselben versprochen. Der sterbende Fürst traut und baut auf Gottes Verheißungen. Folge seinen Gedankengängen, lieber Leser I Tritt im Geist ins himmlische Heiligtum! Preise den, der auf dem Weltenthrone sitzt! Gr ist der Gott der Natur und der Gott der Geschichte. Nicht nur Israel, sondern alle Völker hat er aus dem Nichts bervorgerufen, und alle regiert er mit Weisheit, Macht und Gnade. Nicht David, nicht Mose, selbst nicht einmal Abraham waren die ersten Zeugen der Sünderliebe des höchsten: schon Adam durfte die götllichen Heilsgedanken kennen lernen. Daher ist unter den verschiedensten Völkern der Grde ein Grlösungsverlangen vorhanden: die Hoffnung auf Wiederherstellung des goldenen Zeitalters, mit dem die Weltgeschichte begann. Am herrlichsten freilich offenbarte sich Gottes Barmherzigkeit unter Jakobs Nachkommen. Am reichsten triefte der Gnadentau auf das heilige Land herab. Gin immer schönerer Ginschlag von Verheißungen wurde in Israels Geschicke verwoben, ein immer höheres Maß der Heilserkenntnis diesem Volk gewährt. Nachdem Gott seine Gesinnung demselben stufenweise immer mehr erschlossen hat, erhebt er es endlich auf die letzte Stufe, von welcher aus es nun vollends hineinschauen kann in das größte Geheimnis der göttlichen Liebe: in die stille, heilige Nacht von Bethlehem, in den lärmenden, düsteren Tag von Golgatha. Ghre sei dem, der sein Wort eingelöst und das Warten der Gerechten in die Freude am Besitz verwandelt hat! Auf das hallelujah läßt der sterbende David ein hosianna folgen. Gr beugt im Geist sein Knie vor dem Messias und huldigt ihm. Vor seinen Augen steht eine hehre Gestalt. „Gs herrscht unter den Menschen ein Gerechter; er herrscht in der Furcht Gottes." Ohne Zweifel hat David darnach gestrebt, ein gerechter, gottesfürchtiger König zu sein. Aber wie oft hat er dies Ziel nicht erreicht! Ginmal hat er, wie uns die Bibel in ihrer Wahrheitsliebe nicht verhehlt, geradezu schamlos gehandelt. Aber er weiß, daß aus seinem Geschlecht ein Fürst ohne Makel und Tadel, ein Ritter mit blankem Ghrenschild hervorgehen wird. Und dieser Davidssohn wird ein Gesegneter des HGrrn sein, dem alles gelingt und wohlgerät. Gr wird sein wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner