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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 12 (1895) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
12 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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95 Zu Ss. 2, 12 U. Spr. 1, 24-28. Der kürzlich Heimgegangene Missionsarzt Iliewitz stand einst während der Lholerazeit von *865 am Bette eines jungen Israeliten, dem er manchmal das Evangelium gepredigt hatte. Da flüsterte ihm der Sterbende zu: „Sie haben mich oft ermahnt, den Sohn zu küssen, damit er nicht zürne. Er zürnt! Er zürntl" Mit diesen Worten verschied der Unglückliche. — Line ernste, traurige Geschichte, von der wir alle lernen können. Sie erinnert an eine andere, nicht weniger erschütternde. Ein gottloser junger Mann lag im Sterben. Bei drei früheren Erkrankungen hatte er Gott Besserung gelobt, wenn er ihn wieder aufrichten würde. Aber sobald ihm die Gesundheit wiedergeschenkt worden war, hatte er sein böses Leben fortgesetzt. Als er sich jetzt zum viertenmal am Rande der Ewigkeit befand, bat er. seine Angehörigen, im Nebenzimmer für ihn zu beten. Während diese seinen Wunsch erfüllten, kam ihnen ein Teil der furchtbaren Drohung Sprüche \ ins Gedächtnis, welche vollständig lautet: „weil ich gerufen und ihr euch geweigert und meine Zucht nicht gewollt habt, so werde auch ich bei eurem Unglück lachen, werde spotten, wenn euer Schrecken kommt. Dann werden sie mich rufen, und ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen und mich nicht finden." Die verwandten erhoben sich alsbald vom Gebet und kehrten zum Sterbezimmer zurück. Als sie die Thüre öffneten, tönte ihnen ein wilder Schrei entgegen. „So werde auch ich bei eurem Unglück lachen, werde spotten, wenn euer Schrecken kommt," rief der Sterbende mit lauter Stimme. Das war sein letztes Wort. vgl. auch Spr. 29, Zu S&aftl). 5, 13. Eine in Nordjaxan erscheinende große Zeitung schrieb kürzlich: „Die vierzig Millionen Einwohner unseres Vaterlandes stehen heute auf einer höheren Stufe der Sittlichkeit als je zuror. Es giebt im ganzen Lande wohl keinen Knaben und kein Mädchen mehr, dem nicht die Lehre von der Lin-Ehe bekannt wäre. Unsere Begriffe von Treue und Gehorsam sind reiner als früher. Und forschen wir nach der Ursache dieses großen Fortschritts, so können wir sie in nichts anderm finden als in der Jesusreligion." ZUM Nachdenken. Die Sünde ist unsere Alters- und Arbeitsgenossin, unsere Lebens- und Leidensgefährtin. Sie drängt sich uns auch als Reisebegleiterin auf, die uns gar zu gerne noch auf der allerletzten Reise folgen möchte, um dann die bis dahin gespielte Rolle einer guten Freundin aufzugeben und vor dem Throne Gottes als eine furchtbare Anklägerin gegen uns aufzutreten. Sollten wir nicht mit Jubel die Kunde begrüßen, daß es eine Erlösung von dieser verderblichen Macht giebt, und zwar durch den in Jesu erschienenen Messias? viele Propheten und Könige wollten sehen, was wir sehen dürfen, und haben es nicht gesehen. Wir sind so hoch bevorzugt, daß wir in der Zeit des neuen Bundes leben dürfen, versäumen wir es nicht, das angebotene Heil zu ergreifen! 2. Der göttliche Heiland steht hoch über der Menschheit: wie eine tausendjährige Eiche über die Grashalme des wiesenbodens emporragt, wie sich das Alpengebirge mit seinen Riesenhäuptern über die Steinhaufen der Thäler erhebt. Und doch will er, eben weil er der Heiland ist, uns allezeit und allerorten nahe sein: als der Kinder bester Erzieher, der Erwachsenen treuster Berater, Mahner und Warner, der Sünder einzige Hoffnung, der Sterbenden letzter Trost. Kleine Wisstorrszeitrmg. Die Berliner Gesellschaft z. B. d. Ehr. u. d. I. mußte ihre Arbeit in Jassy einstellen. Miss. Gottlieb wurde von dort nach Ezernowitz versetzt. In Breslau schloß sich der *885 gegründete Schlesische Verein von Freunden Israels der Berliner Gesellschaft als Hilfsverein an. Zahl der Taufen: $ (in Berlin in Jassy 2, in Breslau 0* Einnahme 54 0*3, Ausgabe 36498 Mark. — In Leipzig fand vom 6. bis zum 6. Juni eine Versammlung von Arbeitern und Freunden der Iudenmission statt. Einen der zahlreichen Vorträge hielt der frühere Rabbiner I. Lichtenstein.

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