Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 12 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Aleppo 1× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
- Oran 1× ep/1048048
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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96 Mehrfachen Widerspruch rief das letzte, von P. Wiegand erstattete Referat über die Stellung christgläubiger Juden zum Gesetz hervor. Wohl besonders mit Rücksicht auf diese mit Mat. \6, 6 (\2) u. a. St. streitenden Ausführungen faßte ein älterer Missionar den von der Konferenz empfangenen Eindruck mit dem Schriftwort zusammen: „werdet doch einmal recht nüchtern!" — Die französische Gesellschaft z. E. I. sucht immer noch einen Nachfolger für den von Paris nach Straßburg berufenen P. Taub. In Oran besitzt sie bekanntlich einen vortrefflichen Missionar an P. Borloz. In Algier steht der Proselyt Touff in ihrem Dienst. Einnahme 96*6, Ausgabe 79$ Fr. Aus Deutschland gingen 28<* Fr. ein, von denen 25^ aus dem Elsaß kamen. Die Schweiz steuerte *779 Fr. bei. — In der englischen Kirche in Rom wurde ein jüdisches Ehepaar getauft. Der 63jährige Mann stammt aus Livorno und ist Sprachlehrer. Als solcher war er in einer Schule der L. I.-M. thätig. Hier wurde er durch die Gottesdienste, denen er beiwohnte, und durch den frommen Wandel der Missionsleute von der Wahrheit des Lhristentums überzeugt. Seine aus Algier gebürtige Gattin, eine gewandte Stickerin, gelangte durch Gottes Gnade zu demselben seligmachenden Glauben. — Die Britische Gesellschaft z. A. d. E. u. d. I. wurde neu organisiert. Ihre Einnahme betrug 9297, die Ausgabe 7456Z. In ihrem Heim Lbenezer starb ein alter blinder Proselyt Namens Goldmann mit dem Bekenntnis: „Ich habe alles, weil ich Christum, den Gekreuzigten, habe. O, könnte man alle meine jüdischen Brüder und Schwestern hierher, in meine Stube, bringen, daß sie mein Zeugnis für Iesum, meinen Messias, meinen herrlichen Erlöser, mein Ein und Alles, hörten!" — Ebenso schön war der Tod einer von Bischof Alexander getauften alten Iudenchristin. Über ihr Ende wird aus Jaffa berichtet: „Sie sprach gerne von ihrer Bekehrung und der sorgfältigen und feierlichen Vorbereitung auf die Taufe, die sie genossen habe. Auch erzählte sie oft, wie sie sich vor der Entscheidung ganz der Gnade Gottes übergeben und den HErrn gebeten habe, er wolle sie zurückhalten, wenn sie im Begriff sei, ein Unrecht zu begehen, dagegen sie jedes Hindernis überwinden lassen, wenn sie recht handle, und wie sie von diesem Augenblick an völligen Frieden erlangt habe, so daß sie mit Freuden und voll vertrauen auf den Heiland zur Taufe gekommen sei. Noch 2 Stunden vor ihrem Ende redete sie mit ihrer Tochter und ihren Enkelkindern von diesen Dingen. Dann gedachte sie des reichen Trostes, den ihr Erlöser vor wenigen Jahren bei einer gefährlichen Krankheit durch sein Nahesein ihr gewährt hatte." — In der Kapelle des Syrischen Waisenhauses zu Jerusalem wurden 2 jüdische Zöglinge auf den Wunsch ihrer Mutter getauft. Diese, eine Witwe, war in Beirut von ihren Glaubensgenossen vernachlässigt, von Christen versorgt und hierdurch fürs Evangelium gewonnen worden. Nach ihrem Übertritt wollte sie auch ihren beiden Kindern, die schon 2 Jahre in jener Anstalt sind, die Segnungen des Lhristentums zuwenden. — wie beliebt der Missionsarzt Anderfon unter den Juden von Safed ist, zeigte sich darin, daß man in den Synagogen für ihn betete, als er erkrankte. Auch sonst hörte er oft sagen: „Alle Leute beten für Sie." — Die schottische Freikirche beschloß, in Aleppo eine Mission zu begründen, und berief die Missionare Lhristie in Safed und Goldenberg in Tiberias dorthin. Der letztere trat am 2. Sept. die Reise nach dem neuen Arbeitsfeld an. -I von dem abessi nischen Missionar Argawi und seinen Gehilfen ist man schon ränge ohne Nachricht. Lin Kolporteur der Br. u. A. Bibelgesellschaft, Golau, der in Harrar und Schoa thätig war, sitzt in Ketten im Gefängnis. Golau entstammt den Selan-Nomaden. Er wurde in der Schule des Bischofs Gobat zu Jerusalem und auf der Lhrischona ausgebildet. Er arbeitete zuerst unter den Falascha, später in der Berliner ostafrikanischen Mission, dann in einer englischen Schule für befreite Sklavenkinder in Aden, vor fünf bis sechs Jahren wurde er Bibelkolporteur. | Zu den im Berliner Brüdersaal, Wilhelmstraße \56, an jebem Donnerstagabend von 8—9 Uhr stattfindenden religionswiffenschaftlichen Vorträgen steht der Zutritt Israeliten und Christen unentgeltlich frei. Desgleichen erteilt der Herausgeber der „D. E." Taufbewerbern kostenlosen Religionsunterricht. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße J3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.