Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 12 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Iojachin oder Iechonja von Juda, der Adler Nebukadnezar von Babel, Jener Davidische Fürst wurde von dem babylonischen Aönig seiner Herrschaft und Freiheit beraubt. Aber hesekiel, der selber mit Iojachin in die Gefangenschaft wanderte, sah und sagte voraus, daß Gott das Aönigshaus, welches infolge eigener Verschuldung einen tiefen Fall gethan hatte, wieder zu Ehren bringen wollte, daß er „die gewissen Gnaden Davids" festhielt. Aap. 3^ deutet der Prophet an, daß mit dem Wunder der Wiederaufrichtung des Davidischen Dauses ein noch viel größeres verbunden fein sollte. In dem Davidssohn, welcher die Erfüllung der dem zweiten israelitischen Aönige gegebenen herrlichen Verheißungen und hiermit die große Wende der Zeiten herbeiführt, erscheint der Ewige selber. Das Bild, welches hesekiel schaute, ist zur Wirklichkeit geworden. Jesus ist der her» liche Zedernbaum des Propheten schon wegen seines königlichen Ursprungs. Er gehört der Familie Davids an, wie er in der Stadt Davids geboren wurde. Er ist ein Davidssohn nach dem Recht der Adoption. Aus der Nachkommenschaft Serubabels, des Urenkels von Iojachin, ging der Joseph hervor, welcher Iesum als sein Aind annahm. Aber auch die Mutter Jesu war eine Tochter Davids, und so stammt der Heiland auch leiblich von dem großen Röntge ab. hierzu kommt, daß Jesus kräftiglich erwiesen worden ist als „ein Sohn Gottes nach dem Geist," als ein Sohn des allerhöchsten Rönigs. In dem Sohn der Maria hat Gott der Welt den größten Beweis seiner Liebe gegeben. Jesus heißt und ist „Immanuel," Gott, geoffenbart im Fleisch. In ihm spiegelt sich Gott ab, wie stch in des Menschen Auge Fimmel und Erde, in seinem Geiste Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft abspiegeln können. Die menschliche Natur, welche ja nach Gottes Bild geschaffen ist, kann den Sohn Gottes beherbergen. (Ioh. h Ps. 78, 60.) 2. Der Zedernbaum hesekiels erhebt sich auf dem Berge der höhe Israels, d. h. auf Zion, in stolzer Pracht. Wie die Eiche unter den Laubhölzern den ersten Platz einnimmt, so ist der Zedernbaum der Aönig unter den Nadelhölzern, hochragend, die braunen, fächerförmigen Zweige, auf denen zwischen grünen Nadelbüscheln rote Fruchtzapfen aufrecht stehen, weithin ausbreitend und Schatten spendend, gewährt er einen herrlichen Anblick. Das Al des Holzes und der Früchte bewahrt vor Verwesung und diente deshalb den alten Egyptern zum Einbalsamieren ihrer Toten. Auch die Zeder unseres Textes, diese Pflanzung des höchsten, hat nicht nur Zweige getrieben, sondern Früchte gebracht. Sie ist voller Rraft und Saft. Sie besitzt ein unverwüstliches, allen Jahreszeiten trotzendes Leben. Sie kann und will diesen Besitz zum heil der Menschheit mitteilen. Die Weissagung hat sich erfüllt. Jesus ist der herrliche Zedernbaum des Propheten auch wegen seiner erhabenen Erscheinung. In ihm erschien das Leben, das ewig ist. Das Weihnachtswunder brachte der Welt den Retter, den Seligmacher. Bei Jesu findet man Erlösung von der den Tod wirkenden Sünde, Gotteskindschaft, Himmelsbürgerrecht. Jesus hat nicht nur durch sein Wort das heil gepredigt: