Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 11 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2555061-2555072--09525-2565691- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
86 das Opfer eines Hahns oder einer Henne wertlos ist und für Sünden keine Genugthuung gewährt. Wenn viele Juden es lesen, wird mein Geschäft leiden. Wie kann ich dann meine Familie erhalten?" In Hamburg versuchte man dem Bachertschen „Heim" durch ein Gegenheim Abbruch zu thun. Von polnischen Juden in Jerusalem heißt es, daß sie in ihrem Fanatismus oft den Namen Ehristi lästern. Aber der Bericht weiß von vielen Israeliten zu melden, daß sie die Samariterarbeit der Mission gerne an sich geschehen lassen. Die Tochter eines sehr vermöglichen, ganz verweltlichten Londoner Aaufmanns verließ ihr Elternhaus und zog zu Bekannten, um in der Stille den Wahrheiten des Evangeliums nachzuforschen. Dr. Bendix, der sich oft mit ihr unterredete, bezweifelt nicht, daß sie bald zur vollen Entscheidung kommen wird. Bei einem gebildeten Israeliten, den er unterrichtete, führte Jes. 53 die Wendung herbei. Der Wann überzeugte sich davon, daß Jesus der leidende Messias des Propheten ist, daß er um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen wurde. Ein deutscher Jude bat den Missionar, der ihm ein Neues Testament gegeben hatte, ihn mit weiteren Schriften zu versorgen und ihm zu helfen, von seiner innern Unruhe und Gewissensangst frei zu werden. Er sagte: „Je mehr ich das Neue Testament, besonders die Bergpredigt, lese, desto mehr denke ich, daß Lhristen, welche diese Vorschriften befolgen, Engel auf Erden sein müssen." In einer galizischen Stadt wandte sich ein alter Mann mit folgenden Worten an Missionar Rosenstrauch: „Vor 3 Jahren sagten Sie mir,, wenn der Geist der Gnade über mich ausgegossen wäre, würde ich den ansehen, den meine Glaubensgenossen durchstochen haben. Ich habe wieder und wieder an diesen Durchbohrten gedacht und denke immer noch an ihn." Dieser Jude besuchte den Missionar Tag für Tag in seinem Gasthof und brachte auch andere mit. Ein Gesinnungsgenosse war der Greis in Hamburg, welcher eine Abhandlung über Jes. 53 nicht oft genug lesen konnte und sie jedesmal lieber gewann. Die neuangestellte Missionarin in Paris eröffnete ihre Bibelslunde mit einer einzigen Teilnehmerin, einem jungen Mädchen. Als sie die in Jesu erfolgte Erfüllung der Weissagungen des Alten Testaments darlegte, wurde die Jüdin aufs äußerste überrascht und von des Heilands Messianität überzeugt. Das nächste Mal brachte sie andere mit, denen sie inzwischen „die wunderbaren Dinge" erzählt hatte. Ein Student der Medizin ging an der Pariser Missionshalle vorüber. Da hörte er drinnen ein geistliches Lied singen. Er trat ein, folgte der predigt des Evangeliums mit großer Aufmerksamkeit und erkannte, daß Jesus der Messias ist. Jetzt empfängt er regelmäßigen Taufunterricht. Einer Jüdin, die als Rind die Bukarester Missionsschule besucht hatte, wurde von ihrem Manne verboten, die einst gelernten christlichen Lieder zu singen. Würde sie es wagen, die Airche zu besuchen, so wäre er imstande, sie zu steinigen. Aber die Liebe zu Jesu wurzelt tief in ihrem Herzen, und wenn sie allein ist, singt sie doch noch ihre Lieder. Ein Ehepaar, welches in Liverpool getauft worden war, veranstaltete nach der Rückkehr in die galizische Heimat an jedem