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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 11 (1895) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
11 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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85 % Arbeitsplätzen durch \75 Männer und Frauen, von denen 79 jüdischer Abstammung sind. Zu dem gepredigten und gesungenen, geschriebenen und gemalten Mort des Lebens gesellte sich das Merk der Liebe: die Speisung hungriger, die pflege Aranker, die Versorgung heimatloser. Das am 5. Februar v. I. eröffnete Londoner Arbeitsheim hatte ^8, die Mandsbecker Anstalt 29 Insassen. Die ärztliche Mission in Jerusalem bediente 965 Aranke im Hospital, \2 255 außerhalb desselben. Ein Aolporteur in London besuchte einst eine arme jüdische Familie. Er fragte die Frau, deren Ainder vor Aälte zitterten und nach Brot schrieen: „Missen Sie, daß ein liebender Heiland für Sie Sorge trägt?" Sie veränderte keine Miene, und er hätte ebenso gut die Wände des Zimmers anreden können. Der Ehrist sah ein, daß er hier eine andere Sprache reden müsse. Er gab der Frau etwas Geld. Jetzt lösten sich die starren Gesichtszüge und Thränen stürzten aus den Augen der Jüdin, indem sie zum Himmel aufsah. „Gott segne diesen Jesus," rief sie aus, „in dessen Namen so viel Gutes gethan wird l" Nicht immer kann sich der Samaritsrsinn ungehindert kundgeben. Manches Glied des Hauses Israel widersetzt sich seiner Bethätigung. Ein Jude in Liverpool verwies den Missionar, der ihn besuchte, auf ein dickes hebräisches Buch und sagte: „Der Verfasser war mein Großvater. Aus unserer Familie ist noch niemand Ehrist geworden. Soll ich der erste sein? Neinl Mo unsere Rabbiner, meine Vorfahren, sind, da muß auch ich sein: sei's im Himmel oder in der Hölle!" Mem fällt hier nicht die Erzählung von Radbods, des Friesenherzogs, Rücktritt vom Taufwasser ein? Ein Jude verließ nach seiner Aussage London, um dem Lhristentum zu entrinnen: ein Beweis davon, wie mächtig dieses und wie schwach das Judentum ist. „Es ist wahr," bemerkte ein anderer, mit dem Missionar Urbschat über die messianischen Meissagungen und ihre Erfüllung in Jesu geredet hatte, „diese Stellen können so verstanden werden. Daher ist es für uns Juden gefährlich, sie zu lesen." Ein Mann in Mogador (Marokko) hatte sich sehr oft in der dortigen Schriftenniederlage eingefunden, plötzlich hörten seine Besuche auf. Er war von dem Gedanken nicht losgekommen, daß Jesus der wahre Messias sein könne. Aber er fürchtete sich nach seinen eigenen Morten davor, zu glauben. Manche flohen aus Menschenfurcht vor Christo. Ein Jüngling inDublin, dessen Hinneigung zum Lhristentum zu schönen Hoffnungen berechtigte, täuschte dieselben schließlich. „Marum sollte ich Schande, Elend und Verfolgung über mich bringen?" fragte er. „Warum sollte ich mich von Juden und Christen verachten lassen?" Er bedachte nicht, daß der Heiland alle Opfer, die der Glaube darbringt, reichlich ersetzt (Mat. (9,27 ff.). In einem Fall war die Sorge für das Geschäft größer als die für die Seele. Mie einst der Goldschmied von Ephesus (Apg. l9), so bekämpfte ein Geflügelhändler von Smyrna den neuen Bund, um seinen Lebensunterhalt nicht zu verlieren. Er zerriß den Teil der „Alten Pfade," in welchem vom Versöhnungstag die Rede ist. „Mein Geschäft," sagte er, „besteht darin, Hennen und Hähne für den Versöhnungstag zu verkaufen. Nun behauptet dies Buch, daß

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