Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 11 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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84 wenn Johannes demselben angehört hätte. <£v hätte auch keinen Grund gehabt, dies zu verschweigen. Da er kein Wort von einer Zugehörigkeit des Täufers zu den Effäern sagt, so ist die Annahme einer solchen ausgeschlossen. Man sollte daher endlich davon Abstand nehmen, Johannes zu einem Effäer zu machen. Er war dies ebensowenig wie Jesus. Wie ein Nachtrag zu dem, was Iosephus in der oben frei wiedergegebenen Stelle der „Altertümer" über den Rächer des Johannes sagt, mutet uns die bald darauf (Rap. 7) folgende Erzählung von dem Untergang des ehebrecherischen Rönigspaars an, welches der Wirksamkeit des Täufers ein frühes Ende bereitete. Merodes, der ähnlich wie Pilatus im Prozesse Jesu wider Willen das Todesurteil über Johannes fällte, wurde von Raifer Eajus abgesetzt und nach Lyon verbannt, und auch Herodias, die eigentliche Urheberin des Prophetenmordes, wanderte in die Verbannung. Der Bote Gottes, der im Geist und in der Rraft Elias aufgetreten war, wurde auch hierdurch zu Ehren gebracht, feine Einrichtung auch hierdurch gerächt. Aus dem 87. Jahresbericht der L. I.-M. An der Straße, die von Jerusalem nach Jericho führt, liegt ein halbtoter Mann: das Opfer eines räuberischen Überfalls. Während andere teilnahmlos an ihm vorübergehen, empfindet ein edler Samariter Nlitleid mit dem Unglücklichen und bethätigt dasselbe auf mancherlei Weise. Und der Pflegling widersetzt sich dem Rettungswerke nicht: er läßt es sich gefallen, daß feine wunden Glieder ärztlich behandelt werden, daß er dem Schutz einer Herberge übergeben wird. (Luk. (0,30ff.) Der dem Tode nahe Mann ist ein Bild Israels. Das geistliche Leben des auserwählten Volkes liegt überall darnieder. Vielfach bekümmert man sich überhaupt nicht um religiöse Dinge. Ein reicher Jude in Lemberg war sehr erstaunt, als ihm Thristus als der einzige Weg des Heils gepredigt wurde. Er sagte: „Ich hörte immer, daß die Protestanten an Luther glauben, wußte aber nie, daß sie auch an die Gottheit Thristi glauben." Von jüdischen Frauen in Paris heißt es, sie seien „schrecklich unwissend" inbetreff des Wortes Gottes. Dasselbe gilt an vielen anderen Orten. Eine Jüdin in Hüll wünschte, die Rabbiner möchten mehr Hausbesuche machen und den Leuten die heilige Schrift erklären. „Ich fürchte, wir hängen zu sehr an leeren Bräuchen," äußerte sie. „Wir haben mit unserer heiligen Schrift getändelt und sie nicht in gebührender Weise benutzt," bekannte dieselbe Frau. Ein Verlangen nach dem Messias macht sich selten bemerkbar. Auch in Palästina wird seine Ankunft nur von den Altgläubigen ersehnt: das junge Geschlecht und die neuen Ansiedler streben mehr nach äußern Vorteilen. Aber die Verbindung der Messiashoffnung mit der Person Jesu stößt bei allen auf Widerspruch. Die Mission sucht diesen Widerspruch zu überwinden und das Gericht, dem er verfällt (Ioh. 3, 36), abzuwenden. Die Londoner Gesellschaft übte W4 an Israel Samariterbarmherzigkeit auf 42 j