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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 11 (1895) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
11 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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83 tischen Grund noch einen andern, für Herodes schimpflichen. Iosephus mag ihn aus Rücksicht für den jüdischen Fürsten verschwiegen haben. Schließlich opferte Merodes seinen Gefangenen der Laune eines Mädchens und dem Haß eines Weibes, obwohl er ihn immer wieder gerne gehört und ihm in vielen Sachen gehorcht hatte. Jetzt zeigte es sich aufs neue, daß Johannes seinen Anhängern ein Führer zu Jesu gewesen war und sie nicht nur beten und fasten gelehrt hatte. Nach der Bestattung seiner Leichs schlugen sie zuerst den Weg zu diesem ein. Aber auch später hörte die Verbindung des Vorläufers, in dessen Leben Gott unmittelbar eingegriffen hatte, mit dem Heiland nicht auf. Im sechsten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts schloffen sich in Ephesus Apollos von Alexandrien und zwölf andere Johannisjünger dem neuen Bunde an. Außerdem bringt das N. T. das Gottesgericht, dem Merodes wegen der Einrichtung des Täufers verfiel, in Zusammenhang mit dem Wirken Jesu. Als der Vierfürst von dem letzteren hörte, ängstigte ihn sein böses Gewissen mit dem Gedanken, Jesus sei der von den Toten erstandene Täufer, und er verrichte darum große Wunderthaten, obwohl Johannes solche niemals vollbrachthat. Man sieht, daß zwischen der Darstellung des Iosephus und dem Bericht der ältesten christlichen Schriftsteller inbetreff des Täufers eine tiefe Aluft befestigt ist. Iosephus wird diesem nicht gerecht und läßt seine Bedeutung nicht entfernt erkennen. Er ist ein Gesinnungsgenosse der Gegner des Erlösers, welche auf dessen Frage: „Woher war die Taufe des Johannes? War sie vom Fimmel oder von den Menschen?" zur Antwort gaben: „Wir wissen es nicht." Der pharisäische Geschichtsschreiber erkennt Johannes nicht einmal als einen Propheten an, wofür ihn das Volk hielt, nicht einmal als einen Mann, zu dem Gottes Wort kam (Luk. 3, 2), geschweige denn als den von Maleachi verheißenen Wegbereiter des in Jesu erschienenen Messias. Er nimmt ihm seine höchste und eigentliche Würde. Daß wir das Recht haben, das N. T. als eine Sammlung zuverlässiger und glaubwürdiger Geschichtsurkunden zu betrachten und aufgrund hiervon die Ausführungen des Iosephus zu verurteilen, beweist die Geschichte der Airche. Trotz des aufgedeckten großen Mangels ist es als ein Glück zu betrachten, daß auch der jüdische Schriftsteller dem Täufer eine kurze Notiz gewidmet hat. Einerseits dient dieselbe zur Erhärtung der Geschichtlichkeit oder Thatsächlichkeit dessen, was die Airche von dem Elia des Messias zu sagen weiß. Sie beugt dem Einwand vor, daß es sich bei den von Johannes handelnden Abschnitten des N. T. um völlig unsichere, erdichtete Dinge handle. Die brennende und scheinende Leuchte, wie Jesus einmal den Herold seines Reichs genannt hat, sandte so Helle Strahlen aus, daß auch Iosephus sie bemerkte und sich genötigt sah, in die Geschichte des Merodes Antipas eine Skizze der Geschichte des Johannes aufzunehmen. Andererseits bestärkt uns die in Rede stehende Notiz in der Gewißheit, daß Johannes kein Effäer war. Iosephus hatte als junger Mann Gelegenheit, diesen Geheimbund gründlich kennen zu lernen. Es wäre ihm nicht entgangen,

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