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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 11 (1895) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
11 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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82 Morgenstern voranzugehen. Ein Wunderkind wie Isaak, sollte er einem noch größeren Wunderkinds den Weg bereiten. — Frühe mit heiligem Geist erfüllt, wird er groß vor dem HErrn. Auf Gottes Geheiß beginnt er eine öffentliche Thätigkeit. Er verlangt von allen Gliedern des Volkes, auch von Zöllnern und Kriegern, Änderung des Sinnes (raitS'R). Wohl begründet er diese Forderung auch mit dem Hinweis auf das dem Volke baldigst bevorstehende Gericht. Der f}<£rr ist gerecht und heilig. Für die unfruchtbaren Bäume liegt die Axt bereit, der Stoppeln wartet das Feuer, der Spreu naht der Worfler. Aber sein Hauptbeweggrund ist die seinem Namen entsprechende Verkündigung von der Nähe des Himmelreichs, des größten göttlichen Gnadenbeweises gegen Israel. Der HErr ist gnädig und erfüllt feine Verheißungen. Das Himmelreich aber ist von dem Messias nicht zu trennen, und dieser erscheint in Jesu. Auf Iesum hinweisend und zugleich auf Iesaia (53, 7) zurückgreifend, sagt Johannes: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägtl" Und zur Vorbereitung auf das Auftreten dieses Messias dient auch die Taufe, die der große Prediger vollzieht. Die damals schon übliche, aus den alttestamentlichen Reinigungen hervorgegangene proselytentaufe führte Heiden in die israelitische Religions- und Volksgemeinschaft ein. Die Waschungen, welche die Essäer ihren Novizen für die Probezeit vorschrieben, machte diese zur Aufnahme in den Orden tüchtig. Die Iohannistaufe aber, die wahrscheinlich an 2. Mose 29, % anknüpft, wonach die Priester sich waschen mußten, ehe sie vor dem Ewigen erscheinen durften, bereitet zum Eintritt in das priesterliche Königreich des Messias. Dieser selbst empfängt sie, um auch hierdurch in den engsten Zusammenhang mit der sündigen Menschheit einzutreten. Für das Volk dagegen ist sie ein Sinnbild der geistlichen Reinigung und Erneuerung, der Sündenvergebung und Heiligung, welche er den Bußfertigen gewährt. Daß er offenbar werde in Israel, taucht Johannes feine Zuhörer im Jordan unter. Wie mit den Reden, die der Täufer, eine schon von Iesaia vernommene Stimme in der Wüste, hält, so will er auch mit seiner Taufe Furchen ziehen, in welche Jesus den göttlichen Samen werfen kann. An vielen arbeitete er vergebens. Die Pharisäer und Schriftgelehrten, desgleichen die Sadducäer, zu denen die vornehmsten Priestergeschlechter gehörten, verwarfen den Rat Gottes, der auf ihre Seligkeit hinzielte. Dies Otterngezüchte, wie Johannes die Widerspenstigen nannte, wollte dem zukünftigen Zorne nicht entrinnen. Aber es fehlte nicht an solchen, die ernstlich Buße thaten und sich taufen ließen. Und etliche der Iohannisjünger gingen, dem Wink ihres Meisters folgend, zu Jesu, um von diesem die Geistes- und Feuertaufe zu empfangen. Zu Jesu sandte auch der gefangene Gottesknecht seine Getreuen, als in seinein Kerzen Glaube und Zweifel mit einander kämpften und eine Verdunkelung der Erkenntnis bei ihm eintrat, wie sie Elia bei der Flucht vor Isebel und Jona bei der Verschonung Ninives erfuhren. Daß er der Freiheit beraubt wurde, hatte außer dem poli-

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