Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1895-01-01 · 10 (1895) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
10 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2555061-2555071--09515-2565680
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

77 ob der Christ aus einer einzigen Weissagung beweisen könne, daß Jesus der Messias sei. (Er wurde auf s. Mose Qß, sO verwiesen. Mas hier über Zeit, Art und Folgen der Ankunft des Messias gesagt wird, ging in der Erscheinung Jesu buchstäblich in Erfüllung. Ein jüdischer Aolonist aus Samarin erzählte zur Erheiterung aller von einem Reformrabbiner, welcher diese Stelle auf die Familie Rothschild bezog, da dieselbe allen Aönigen der Erde Geld leihe. Auf die Frage, wie Jesus als der Gekreuzigte der Messias fein könne, antwortete Friedmaun mit Dan. 9, 2^—27. Im Zwiegespräch mit dem Sidonier erfuhr er von diesem, daß er von einem Missionar in Beirut ein N. T. erhalten habe und durch die Beschäftigung mit dem letzteren beunruhigt worden sei. Der Mann wurde ermahnt, die heilige Schrift gründlich zu lesen und Gott um Offenbarung seiner Geheimnisse ernstlich zu bitten. Auch in Haifa war der Zulauf groß. Dasselbe gilt von Samarin. Hier wurden namentlich französische Bibeln abgesetzt. In Jerusalem entschlief am f7. Juni d. I. der allen Freunden der Iudenmission in Palästina bekannte, seit Anfang„s89H pensionierte Missionsarzt Iliewitz im Alter von 80 Jahren. In Asterreich geboren, kam er früh nach Rußland. Als Lehrling eines Wundarztes lebte er 3 Jahre lang in Berditschew. Später ging er nach Odessa. Dann brachte er 8 Jahre bei einem galizischen Wundarzt zu. hierauf studierte er in Lemberg Medizin. Nachdem er die vorgeschriebenen Prüfungen bestanden hatte und durch eine Arankheit zu ernstem Nachdenken über sich selbst und zu herzlichem Verlangen nach tieferer Erkenntnis Gottes geführt worden war, ging er nach Pest. Diese Stadt sollte sein geistlicher Geburtsort werden. Er lernte die schottischen Missionare Wingate und Smith kennen und ließ sich von ihnen 9 Monate lang unterrichten. Er überzeugte sich davon, daß er ohne Jesu Blut nicht vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen konnte. wurde er getauft. Ein Jahr später trat er selbst in den Missionsdienst ein. f856 übernahm ihn die L. I.-M. Sie sandte ihn zunächst nach Bukarest, f858 aber nach Jerusalem. Besonders gerne widmete er hier und anderen Orten seine ärztliche Aunst den Armen. Die Leibespflege ergänzte er bei jeder Gelegenheit durch Seelsorge. Sein christlicher Glaube, den er trotz scharfer Worte und sogar harter Schläge immer wieder bekannte, hielt bis zuletzt stand. Auf dem Sterbebett versicherte er, daß er auf den Verdiensten seines Heilandes still ruhe, und daß er wisse, Jesus habe alles für ihn ins reine gebracht. Über die Leiden, die seinem Tode vorangingen, murrte er nicht. Gelassen wartete er auf des f)€rrn Ruf. Das Ende war sehr friedlich. Vor wenigen Jahren konsultierte ihn in Safed ein alter Jude. Bald stellte es sich heraus, daß beide als Ainder dicht bei einander gewohnt hatten. Da legte der eine Greis, der den Messias gefunden hatte, vor dem andern, der noch im Finstern tappte und ohne Freude und Frieden war, von dem ihm widerfahrenen £)dk ein ergreifendes Zeugnis ab. Vielleicht hätte aber der Anblick des Sterbenden einen noch tieferen Eindruck auf den ungläubigen Altersgenossen gemacht als die predigt des Lebenden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.