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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 10 (1895) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
10 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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76 sollten wir uns lieber helfen lassen als von dir, die du uns Lebensruhe geschenkt und uns von des Todes Schrecken befreit hast?" Dem vorstehenden Lobgesang stellt Friedrich Delbrück, der J830 gestorbene Erzieher Friedrich Wilhelms IV. und Wilhelms I., der Vater des früheren preußischen Staatsministers, eine Verherrlichung des Evangeliums gegenüber. In seinen zu Magdeburg erschienenen „Ansichten der Gemütswelt" schreibt er mit Bezug auf jene Worte Liceros: „Des erkenntlichen Zöglings Danksagung billigend, darf gleichwohl das Evangelium zur Philosophie, wenn sie sich überheben sollte, mit stärkerem Selbstgefühl und kräftigerer Stimme sagen: „Ich bin mächtiger als du. Die Araft des Wissens, welches du zum Eigentum weniger Auserwählten machst, reicht nicht an die Araft des Glaubens, mit welchem ich aller Kerzen erfülle, die mühselig und beladen sich zu mir nahen. Ich kam hernieder als Schöpferin eines neuen Daseins; ich hob die Erde mit allem, was sie trägt, empor und machte sie zum Vorhof eines Vaterlandes, das droben ist. Ich weihe den Leib jeglichen Bewohners zu einem Tempel, worin der heilige wohnt; und wer ihn liebt, dem geb' ich die Züchtigung des Lebens zum Unterpfands der Vaterhuld; ich habe die Sünde weggenommen und lasse die Gnade walten. Vor ihrem Wesen schwinden die Wolken des Zweifels, die Schauer des Gewissens, die Schrecken nächtiger Tage, die Finsternisse des Grabes, denn mit Licht ist mein Reich erfüllt und Leben ist, was auf meinem Throne sitzt, hätten die Sterblichen mein Licht nicht durch eigene Schuld verdunkelt, nicht das Leben, das ich gebe, durch den Tod ihrer Brüder zu erhalten gewähnt: der Wandel von Millionen, die von Jahrhundert zu Jahrhundert mir angehören wollten, wäre Friede und Freude gewesen; denn ich habe einen Frieden, wie keine Macht ihn schließen, und eine Freude, welche dem Kerzen, worin sie einmal wohnt, von keiner Gewalt entrissen werden kann." Aus Palästina. Der in Safed eingestellte Missionar Friedmann besuchte jüngst die Synagoge in Schefa Omar. Auf seine Bitte erlaubte man ihm, in derselben eine Ansprache zu halten. Doch wurde ausbedungen, daß er über Ier. 23, 5—8 reden und Nachweisen müsse, inwiefern diese Weissagung zur Zeit Jesu erfüllt worden sei. Er sprach nun über die an jener Stelle gelehrte göttliche Natur des Messias und über den Unglauben Israels als die Ursache seiner Verbannung aus dem heiligen Lande. „Sobald Israel aufhört, seine eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und den Herrn Iesum als „Adonai Zidkenu" anerkennt, wird es fein eigenes Land wiederbewohnen." Bei der Unterredung mit den Zuhörern, welche auf die predigt folgte, bemerkte Friedmann, daß sich einige noch feiner, Jahre zuvor gehaltenen Rede über Ies. 57, lß erinnerten. In Akko, wohin sich der Missionar mit seinen Begleitern von Schefa Omar aus begab, wurden zahlreiche Miffionsfchriften verkauft. Ein jüdischer Gelehrter aus Sidon wollte hören,

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