Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 10 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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75 Die Schriften des alten Bundes und der Talmud bezeichnen das Auftreten des Messias als den großen Wendepunkt der Zeiten. Tr ist der Joseph, welcher nicht nur feiner Familie, Israel, sondern der Menschheit zu Glück und Heil verhilft, daher der rechte Zaphnath paneach (\. M. % 45), der Offenbarer aller Geheimnisse, der Erhalter des Lebens. Das N. T. nimmt diese Erklärung wieder auf und verbindet sie sodann auf engste mit der Person Jesu. Mit Posaunenhall rufen es die Jünger des Nazareners in alle Lande hinaus, daß das Heil allein von ihm abhänge. Jesus selbst lenkt an einem Laubhüttenfest die Blicke auf sich als auf den, der nach Gottes Ratschluß das Wasser des Lebens mitteilt (Ioh. 7). Der einzelne, welcher an ihn glaubt, gelangt zum Frieden mit Gott. Der vollkommene Gehorsam Jesu, welcher durch den Opfertod auf Golgatha gekrönt wurde, stiftet auch ein Friedensreich unter den Gläubigen: alle, und zwar die lebenden und die entschlafenen (Off. 7, 9 f.), haben Frieden mit einander. Endlich aber soll bei des Erlösers Wiederkehr die ganze Menschheit und die Erde, ihr Wohnplatz, eine selige Verwandlung erleben. Der Seher Johannes erblickte einen neuen Himmel und eine neue Erde. Er sah auch ein neues Jerusalem, das von Gott, aus dem Himmel, herabfuhr, nnd hörte eine große Stimme: „Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, wird mit ihnen sein." Dies Jerusalem aber, in dem auch die geretteten Heiden und ihre Könige weilen, heißt: die Braut des Lammes (Off. 2\, 9: ]$. 22 f. 27). Eine Bürgschaft dafür, daß das Laubhüttenfest der Zukunft durch Iesum, den Gesalbten, vermittelt werden wird, ist die bisherige Geschichte der Kirche. Sie bezeugt, daß Israels größter Sohn an einzelnen und all ganzen Völkern vielfach schon ein Friedenswerk vollbracht, daß er schon unzähligen Menschenseelen den Genuß der himmlischen Sabbatsruhe verschafft hat. Wie wären die Strahlen des Lichtes und die Ströme des Lebens, die von Jesu ausgegangen sind, zu erklären, wenn er nicht der von Gott berufene Wiederhersteller des Menschengeschlechts wäre? _ Philosophie und Evangelium. In seinen Tusculanen (V. 2) wendet sich Licero mit schwungvollen Worten an seine Lehrmeisterin, die Philosophie. Er preist sie als die Führerin des Lebens, die der Tugend innerstes Wesen durchdringt und die Laster mit der Wurzel ausrottet. „Was wären wir ohne dich!" ruft er bewundernd aus. ,,Du hast Städte gegründet, Zerstreute vereinigt und durch Haus und Ehe, Wissenschaft und Sprache mit einander verschmolzen, Gesetze geschaffen und Sitte und Zucht gelehrt. Zu dir fliehen wir, bei dir suchen wir Hilfe, dir übergeben wir uils jetzt mit ganzem Herzen, wie wir dir früher schon mit großer Begeisterung dienten. Ein gut und nach deinen Vorschriften verlebter Tag ist einer der Sünde dienenden Ewigkeit vorzuziehen. Von wem