Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 8 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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62 zuhalten. Näheres über den angeblichen Ritualmord findet sich in den D. <£. von M2, S. 60 f. — Allen Israeliten, welche ihre Religion von den menschlichen Geheimlehren, von den abergläubischen Zusätzen zu befreien und ihr die alte Lichtnatur, die unbedingte Geltung der dem Glauben geoffenbarten und von ihm zu offenbarenden göttlichen Geheimlehren zurückzuerobern suchen, rufen wir ein herzliches „Glückauf!" zu. Auf diesem Wege kann man zu der Einsicht gelangen, daß das Judentum durch das Ehristentum reformiert werden muß, und wirklich haben ja schon Tausende in Israel erkannt, daß die göttlichen Geheimlehren der Lhristen die im A. T. enthüllten Geheinmiffe des Ewigen ergänzen und vollenden und darum demütig anzunehmen find. Arbeitslust. „Sind wir dazu durch Lhristi Blut erlöst, daß wir auf dem Sofa liegen?" fragte ein norwegischer Prediger, den man wegen seiner vielen Arbeiten im Dienst der Liebe bedauerte. „Die Liebe gegen andere Menschen", erklärte ein Deutscher, der in der Innern Mission angestellt ist, „sei unsere Freude. Die Schwere mancher unserer Arbeiten sei unsere Ehre. Erbärmliche Ehristen müßten wir sein, wenn wir nicht alles gerne thäten." Auch in der Iudenmission sei eine solche Gesinnung zu finden. Man weise das thörichte Gerede zurück, daß unser Amt ein überaus undankbares sei. Man antworte denen, die uns beklagen, mit dem fröhlichen Bekenntnis: „Die Liebe Lhristi dringet uns alsol" lvie David nach Apg. \3, 3<5 entschlief, nachdem er in seinem Zeitalter dem Millen Gottes gedient hatte, so sollen auch wir unter unfern Zeitgenossen dem uns kundgewordenen Gotteswillen bis zum Tode unverdrossen gehorchen. Zu Sacharin 14, 7. Nun hat sich das Wetter verzogen, Das plötzlich erregte die See. Ls glätten sich wieder die Wogen. Der Brandung schäumender Schnee, Er ist in Bälde verflogen, vom Fimmel leuchtet der Bogen, Der Bote des höchsten, der tröstend verspricht: „Um den Abend wird es licht." — D u kämpfst noch mit sinstern Gewalten. Den Frieden ersehnt noch Dein Herz. Du wirst noch in Fesseln gehalten. Noch zieht es Dich niederwärts. Doch laß nicht die Hoffnung erkalten Und glaub' an ein gnädiges Walten! Wie schwarz der Schleier noch sei und wie dicht: Um den Abend wird es licht. I Ls schlägt auch für Dich noch die > Stunde,! Wo alles Trübe vorbei, j Ls giebt auch für Deine Wunde 1 Line heilende Arzenei.! O, höre die köstliche Runde! Sie kommt aus prophetischem Munde. Bewahre sie stets und vergiß sie nicht! Um den Abend wird es licht. Der Gott, der die Welten regieret! Und richtet aufs beste sie ein,! Der Herr, dessen Nähe man spüret j Im Regen und Sonnenschein: i Er ist es, der weife Dich führet, Im Leiden mit Gaben Dich zieret. Und endlich erblickst Du sein Angesicht: Um den Abend wird es licht.