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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 8 (1895) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
8 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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6\ der Inhalt ohne Zweifel zumteil einer viel früheren Zeit an. Schon das ältere Werk enthält eine wunderliche Zahlenlehre. Als besonders bedeutsame Zahlen gelten 3, 7, JO, 22. Die Welt mit ihrer Vielheit erscheint als eine Entfaltung des einigen göttlichen Wesens. Ebenso setzt der Sohar Gott mittelst eines Zahlensystems in Beziehung zur sichtbaren, mannigfaltigen Welt. Vom Urgrund (En Soph) gehen (0 Zahlen (Sephiroth) aus: Aether, Ehochma u. s. w. Jeder Zahl entspricht ein Gottesname des A. T., aber auch ein Glied des menschlichen Leibes, wie auch für Gott selbst der Urmensch (Adam Aadmon) als Gegenbild dient. Von dieser höheren (idealen) Welt führen 2 Stufen zur niedrigen (materiellen) herab. Die erste Zwischenstufe wird vom Sandalfon, die zweite vom Metathron beherrscht. Die sichtbare, untere Welt steht unter Sammael. Außer der mehrfach vorkommenden Zehneinigkeit giebt es in der Aabbala auch eine Dreieinigkeit. Der Sohar redet überdies von einem unschuldig leidenden, gottmenschlichen Messias. Beides führte manche Aabbalisten dem Christentum zu. Bei der Bibelauslegung suchte man einen geheimen Sinn nachzuweisen, indem man den Zahlenwert der Buchstaben berücksichtigte. Z. B.: s. M. s, ( fängt mit 2 an, weil es 2 Welten giebt, die gegenwärtige und dis zukünftige, oder weil (Segen) so anfängt. Auch bildete man zu diesem Zwecke neue Wörter aus den ersten oder letzten Buchstaben eines Satzes oder durch Buchstabenversstzung. Mittelst des göttlichen Namens (Schem Hamephorafch) suchte der Aabbalist (Baal l)aschschem) trotz 5. M. s8 Wunder zu verrichten. Der „hohe" R. Löw in Prag machte sich der Sage nach auf diese Weise aus Lehm einen Diener (Golem). Simon Ben Iochai nahm einen bösen Geist zu Hilfe, um seine Pläne auszuführen. Noch heutzutage spielt der Aberglaube unter den Juden ebenso wie unter den Christen eine große Rolle, und seine Geheimlehren werden immer noch verbreitet. Man denke z. B. an die „Wachnacht" der Talmudisten, welche der Beschneidungsfeier vorangeht. Bis nach (2 Uhr, der Geisterstunde, halten Mohel, Schochet und eine Anzahl Gelehrter Wache, damit in das Zimmer, in welchem sich das Aind befindet, keine Zauberin sich einschleiche. An Fenstern und Thüren werden sog. Aindbettbriefchen angebracht, auf denen Psalmworte und Engelnamen stehen, namentlich aber auf hebräisch der Spruch zu lesen ist: „Eine Zauberin soll nicht am Leben bleiben." Judenfeinde reden auch von einer zwar nicht schriftlich festgestellten, aber mündlich vorhandenen Geheimlehre, nach welcher das Blut von Lhristenkindern für rituelle Zwecke gebraucht, d. h. genossen werde. Nun hält zwar der jüdische Blutaberglaube ein Bestreichen mit Tierblut für zulässig (Tim. (893, No. 3). Dagegen empfindet der Israelit den größten Widerwillen gegen jeden Blutgenuß. Dies zeigt sich z. B. im Gesetz von der Tekufa. Zu gewissen Zeiten fällt hiernach ein Blutstropfen aus der Luft. Da derselbe mit Flüssigkeiten in Berührung kommen kann, werden die Frauen ermahnt, alles Flüssige mit Eisenstücken zu belegen. Man glaubt, daß Eisen die Araft habe, das Blut fern-

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