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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 8 (1895) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
8 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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60 Volksteil erfuhr nun an sich eine tiefgehende Veränderung. Obwohl die ursprüngliche Lichtnatur der alttestamentlichen Religion nicht ganz verloren ging, verzichtete man mehr und mehr auf die Ausbreitung der empfangenen Offenbarungen in der Welt, hierzu trug nicht wenig die Aberglaubensgemeinschaft mit ihren Geheimlehren bei, welche sich jetzt innerhalb der Gesamtheit ausbildete und die verschiedensten Gestalten annahm. 2. Gin von dem großen Areise der Volksgemeinde umschlossener kleiner war der im 2. Jahrhundert vor Christo entstandene Geheimbund der Gssäer. Die Mitglieder trieben Ackerbau, lebten hierbei in Gütergemeinschaft und enthielten sich der Ehe, wie sie sich überhaupt der Mäßigkeit befleißigten. Den Sabbath feierten sie streng, und auch das Gebet wurde gepflegt. Dagegen verwarfen sie die Darbringung von Opfern. Beim Gintritt in den Orden mußte man schwören, ein heiliges Leben führen und die Ordensregeln geheimhalten zu wollen. Gin weißes Gewand unterschied den Gssäer von andern Israeliten. Gs scheint, daß sich in dieser Bewegung der Ginfluß des Pythagoras geltend machte. Die Behauptung eines jüdischen Gelehrten, daß Ghristus die Lehre der Gssäer in neue Bahnen geleitet und weiter entwickelt habe, ist längst widerlegt worden. Bei näherer Untersuchung ergiebt sich in allen Hauptsachen ein weiter Abstand zwischen Lssäertum und Christentum. Viel nachhaltiger wirkten „die Abgesonderten", die Pharisäer, auf die Verdunkelung der echten israelitischen Religion ein. Die Wurzeln dieser Richtung gehen bis auf Gsra zurück. Ihre Blüte ist der Talmudismus. Der letztere stellte seine vielfach irreführenden Menschensatzungen über Gottes Offenbarungen. Durch das Verbot ihrer Aufzeichnung suchte er sie anfänglich geheimzuhalten. Auch die biblischen Lehren wollte er vor den Heiden verbergen. Die Ansicht des Rabbi Me!r, daß der kleide die Thora studieren solle, drang nicht durch. Dieser, so lehrt man uns, ist nicht für das ewige Leben bestimmt. Der Israelit darf mit ihm keine leibliche und geistliche Gemeinschaft haben, mit seinen Geisteswerken sich nicht beschäftigen und ihni die Mysterien der jüdischen Religion nicht preisgeben. Gs ist ein geistlicher Ghebruch, wenn man die Israel wie ein Weib dem Manne anvertraute Thora den Heiden bekanntgiebt. Proselyten darf man zwar annehmen, aber nicht suchen. Weiter kommen die Anhänger der Aabbala, der angeblich von dem Propheten Glia empfangenen Überlieferung, in Betracht: ein unter dem Ginfluß heidnischer, besonders gnostischer Philosophen entstandener Geheimbund. Die Aabbala wird schon im Talmud und Targum erwähnt. Ihre Hauptquellen sind das Buch von der Schöpfung, Sepher Hajjezira, und das Buch des Glanzes, S. Haffohar. Die Annahme, daß Akiba und fein Schüler Simon Ben Iochai diese Schriften verfaßt haben, ist unbegründet, obwohl der letztere im Besitz einer für scheidungslustige Ghegatten wichtigen Geheimlehre war. (D. G. J893, S, Zy fl) In Wirklichkeit entstand die erste Schrift wohl im \0., die zweite, größere im f3. Jahrhundert. Indessen gehört

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