Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 8 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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59 des wahren Gottes angeleitet werden. Israel wurde berufen, ein Gottesreich auf Erden aufzurichten. Zur Ausübung dieses Missionsberufes forderte z. B. Pf. (05 auf: „Danket dem £j(£mt und predigt seinen Namen I Verkündigt sein Thun unter den Völkern I" Vielfach kam man diesem Befehl nach. Im Tempel des Merodes war der Vorhof, in welchem Jesus zweimal mit dem Schachergeiste kämpfte, für Heiden bestimmt. Doch konnten solche durch Opfer, Taufe und Beschneidung alle kirchlichen Rechte erlangen. Die Warnungstafeln, welche den Heiden ein weiteres Eindringen ins Heiligtum bei Todesstrafe verboten, hatten für die in den Volksverband Aufgenommenen keine Bedeutung mehr. Zur Zeit des Heilands zogen jüdische Missionare über Land und Meer, um neue Religionsgenossen zu gewinnen (Mt. 23,(5). Iosephus wurde zur Abfassung seiner Archäologie laut der Vorrede durch die Erwägung ermutigt, daß seine Vorfahren ihre Geschichte gerne fremden Völkern mitteilten. So hielt, wie er erzählt, der Hohepriester Eleasar dem Aönige j)tolemäus II. den Gebrauch der heiligen Bücher nicht vor, als dieser sie ins Griechische übertragen wollte. Offenbar, folgert Iosephus, war es nicht Vätersitte, gute und nützliche Dinge verborgen zu halten. Er treibt hierauf selber Mission, indem er seine Leser dringend ermahnt, auf Gottes Willen zu achten. „Denjenigen, die den Willen Gottes befolgen, gereichen alle Dinge zum Besten." Thatsächlich lernte mancher Heide Gottes Geheinmiffe kennen und würdigen. Der Syrer Naöman bekannte: „Siehe, ich weiß, daß kein Gott ist in allen Landen ohne in Israel." Nebukadnezar rief Daniel, der ihm einen Traum gedeutet hatte, zu: „Euer Gott ist ein Gott über alle Völker." Nachdem Sadrach, Mefach und Abed Nego die Feuerprobe ihres Glaubens bestanden hatten, sagte derselbe König: „Es ist kein anderer Gott, der also erretten kann wie dieser." Ganze Völker erfaßte die Macht der geoffenbarten Wahrheit. Man sah die Weissagung (5. M. % 6 f.) erfüllt, daß Israels geistige Schätze den Heiden die Äußerung der Bewunderung abnötigen würden: „Ei, welche weise und verständige Leute sind dasl" Ja, wo fand sich sonst „so ein herrlich Volk, zu dem Götter also nahe sich thun?" Wie im ersten christlichen Jahrhundert die Königin Helena von Adiabene mit ihren Söhnen und ihrem Hof zum Judentum übertrat, so schloß sich demselben im achten infolge der Missionswirksamkeit von Isaak Sanjuri aus Mesopotamien der Khozarenfürst Bulan mit seinen Vornehmen an. Inzwischen war die christliche Religion aus der jüdischen erwachsen. Ihre Bekenner hielten dafür, daß gewisse geheimnisvolle Andeutungen und ausführliche Weissagungen des A. T. in Jesu ihre Erfüllung erhalten hatten. In ihm fanden sie alle Schätze der höchsten Weisheit und insonderheit das enthüllte Geheimnis -er Erlösung. Als Verkündiger der nun in ihrem ganzen Umfang geoffenbarten göttlichen Gcheimlehren, als die Boten des Gottes, der nicht nur unsere Geheimnisse kennt, sondern uns die seinigen enthüllt, wandten sie sich an Juden und Heiden, um alle desselben Heils teilhaftig zu machen. Aber ein großer Teil Israels versagte ihrer Botschaft den Glauben. Ebendieser