Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 7 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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55 Zu ASm. 5, eff. Ehe Spurgeon seine letzte Reise nach Mentone antrat, sagte er zu einem Freunde: „Ich glaube, daß ich sterben werde. Des Vaters Wille geschehe! was würden mir alle die neuen theologischen Systeme jetzt nützen? Meine Theologie ist ungemein einfach geworden, aber sie genügt mir vollkommen. Sie läßt sich in q. kleine Wörter zusammenfassen. Sie genügt vielleicht nicht ganz zum Predigen, aber sie genügt, um darauf zu sterben. Sie lautet: „Jesus starb für mich." Das ist genug." Zur Geschichte der Möet. Im Archiv der Münsterkirche zu Essen wurde ein wertvoller Fund gemacht. Es handelt sich um eine alte Handschrift, die auf jeder Seite in drei Kolumnen nebeneinander den lateinischen Text fast aller Psalmen in verschiedenen Übersetzungen und in einer vierten Kolumne den griechischen Text in lateinischen Buchstaben darbietet. Ferner enthält der stattliche Band das Magnificat, das Pater Noster, das Apostolische Glaubensbekenntnis, Te Deum Laudamus, das Symbolum Athanasianum, die Litanei von allen heiligen und andere Stücke des Breviers. Nach Ansicht Sachverständiger stammt das noch sehr gut erhaltene Werk in sauberster und sehr deutlicher Handschrift aus der Karolingischen Zeit, wahrscheinlich aus der Mitte des 9- Jahrhunderts. Der älteste bis dahin bekannte lateinische Psalmenkodex ist der Codex Bambergensis von 909. — Die 3 kostbarsten Bibeln der Welt befinden sich im Britischen Museum in London, in der National-Bibliothek in Paris und im Kloster Belem bei Lissabon. Die erstere wurde von Alcuin und seinen Schülern geschrieben und Karl dem Großen an seinem Krönungstage (800) überreicht. In den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts gehörte sie einem Privatmann in Basel, der sie der französischen Regierung für \2 000 Francs anbot. Schließlich wurde sie für 750 Lstr. verkauft. In feiner, zierlicher Schrift geschrieben, ist die Bibel überreich an prächtigen Vignetten und Arabesken. Die Kapitelüberschriften, sowie der Name Jesus sind überall mit Goldbuchstaben ausgeführt. Line 20 cm hohe Majuskel, von Silber umgeben, hält an einer Stelle ein Kreuz, woran eine Lampe hängt, die zur Hälfte mit heiligem Öl gefüllt ist. An einer andern Stelle sind Mose und Aaron in der Tracht des 8. Jahrhunderts dargestellt. Man vermutet, daß Mose Karl den Großen, Aaron Alcuin bedeute. Die Pariser Bibel erschien *527. Sie wurde auf Befehl des Kardinals Ximenez gedruckt und dem Papst Leo X. gewidmet. Sie ist eins von 3 auf Velinpapier gedruckten Exemplaren. Nachdem sie *789 an einen Engländer für \2 000 Francs verkauft und j8^o Louis Philipp von Frankreich geschenkt worden war, gelangte sie später an ihre jetzige Stelle. Die Belemer Bibel, die wahrscheinlich aus dem Jahrhundert stammt, besteht aus neun Foliobänden und ist auf Pergament geschrieben, von Junot *807 geraubt, kam sie nach Paris. Madame Junot verlangte, als Portugal die Bibel zurückkaufen wollte, *50000 Francs. Aber Ludwig XVIII. schenkte sie, nachdem sie mehrere Tage beim portugiesischen Gesandten in Paris ausgestellt gewesen war, der portugiesischen Regierung. — In Peking wurde im Nov. v. I. der 60. Geburtstag der Kaiserin-Mutter gefeiert, einer klugen und thalkräftigen Frau von geringer Herkunft, die 30 Jahre lang China regiert hat und noch immer einen großen Einfluß ausübt. Die christlichen Frauen des Landes schenkten ihr aus diesem Anlaß ein Neues Testament. Am \2, Nov. wurde dasselbe in den Palast gesandt und sofort der Kaiserin zugestellt, welche keine Zeit verlor, sich mit dem Inhalt bekannt zu machen. Auch der Kaiser wünschte das Buch kennen zu lernen. Er befahl seinem Kammerdiener, in die Stadt zu gehen und ein zweites Exemplar zu kaufen. Alsbald erschien der Kammerdiener in der amerikanischen Bibelniederlage. Er hatte einen Zettel bei sich, auf dem auf chinesisch stand: „Lin Altes Testament, ein Neues Testament." Dem in der Niederlage angestellten Gehilfen fielen die ungewöhnlichen Züge der Buchstaben auf. Er fragte deshalb, wer die Bestellung geschrieben habe. Der Kammerdiener antwortete: „Der Kaiser. Heute haben die Frauen der christlichen Religion der Kaiserin-Witwe ein schönes Exemplar vom Neuen Testament geschenkt. Der Kaiser hat es gesehen und wünscht nun auch die Bücher der Jesus-Religion zu erhalten." Die Bücher wurden eingepackt und bezahlt. Nachmittags kehrte der Bote mit dem Neuen Testament nach der Bibelniederlage zurück, viele Blätter des Buches waren nmgebogen. Der Kammerdiener erzählte, der Kaiser habe das