Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 7 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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54 leugnen zu wollen, käme mir vor wie eine Gotteslästerung. Warum vergeht denn Jahrhundert auf Jahrhundert ohne die Erscheinung des HErrn? Weil die Airche ihre Aufgabe in der Welt noch nicht erfüllt hat. Lhristus hat sich selbst absichtlich durch sein Wort gebunden, daß er die endgiltige Erlösung der Menschheit nicht ausführen kann, ehe das Evangelium allen Menschen verkündigt ist. Durch die Gnade Gottes hängt es also von uns ab, wie ferne oder nahe dies Ende fein soll. £>, was für Thoren sind wir doch, wenn wir diese großartige Verheißung Jesu nicht ergreifen und ihr entsprechend handeln I Die moderne Misstonsarbeit ist Gottes große Dampfmaschine, durch welche die Geschichte dieser sündigen und leidvollen Welt mit Riesenschritten ihrem Ende, d. h. ihrer Verwandlung in das ewige Aönigreich Gottes, zugeführt wird. Wir können und sollen diese Dampfmaschine Heizen, damit sie desto schneller laufe. Wie groß ist die Gnade Gottes, daß wir durch Missionsarbeit wirklich imstande sind, die große Masse von Sünde und Elend in der Welt in Bewegung zu setzen, ihrem Ende zul Aber wie furchtbar groß ist damit zugleich unsere Verantwortlichkeit! Es hängt auch von Dir ab, wielange Sünde und Elend noch dauern sollen, wem es die Umstände erlauben, der sollte deshalb Missionar werden. Wer zu Hause bleiben muß, sollte soviel Geld zur Mission beisteuern, als er mit Opfern erübrigen kann. Jeder aber sollte gewissenhaft für die Mission beten." Zur Geschichte des Tremellius. In deni kürzlich erschienenen ersten Band seiner „Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland" (Frankfurt a. M., I. Aaufmann) gedenkt Dr. £. Löwenstein des berühmten italienischen proselyten als eines Lehrers der Universität Heidelberg. Schon vor Tremellius wirkte an der letzteren ein getaufter Jude: Paulus Staffelstein. Dieser wurde am (8. Mai (55( als Professor der hebräischen Sprache mit einem vorläufigen Gehalt von 20 fl. immatrikuliert. Er eröffnete seine Wirksamkeit mit einer später gedruckten Rede über die Messianität Jesu. Der Besuch seiner Vorlesungen wurde den jungen Theologen angelegentlich empfohlen. Tremellius trat fein Amt als Professor der Theologie und der hebräischen Sprache am 30. Juni (56s an. Am 8. Juli (56( erhielt er die (theologische) Doktorwürde. (569 hatte er bei einer Vorlesung über das Buch Hiob etwa 30 Zuhörer. Das Rektorat verwaltete er (562 und (575. Unter den Bücherschätzen, des Britischen Museums in London findet sich eine holländische Übersetzung der lateinischen Bibel des Tremellius ((6I4). Die von ihm mit einem hebräischen Brief eingeleitete hebräische Sprachlehre seines Schwiegersohns Thevallier ((567) zeigt, daß er die Vornamen Johannes Immanuel führte. Offenbar ist Johannes fein,,Taufname. Immanuel hieß er schon als Jude. Aber bei seinem Übertritt zum Thristentum gewann dieser Name für ihn eine neue Bedeutung.