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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 7 (1895) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
7 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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5\ inwendigen Menschen zu vermeiden suchen, weil sie Gott über alle Dinge fürchten und lieben? „In Dir ein edler Sklave ist, dem Du die Freiheit schuldig bist." Warum verhilft man ihm nicht zur Freiheit? Warum legt man ihm immer neue, entwürdigende Fesseln an? Oft hängt die Vernachlässigung und der Mißbrauch der Seele damit zusammen, daß ihr Besitzer in die Hände von Seelenmördern gefallen ist. Die alte Schlange, welche unsere Voreltern aus dem Garten Gottes vertrieb, hat immer noch ihre gefügigen Werkzeuge. Ihr Werberruf verhallt nicht ungehört. Sieh' doch, welch' ein unheimliches Feuer brennt in diesem Augenpaar I Das ist eine Glut, welche die Hölle entzündet hat. Höre doch, welche schandbaren Worte, welche Spott- und Lästerreden kommen aus jenem Mundei Das sind giftige Pfeile, mit welchen der böse Geist des Abgrundes Glauben und Sittlichkeit, das wahre Leben der Seele, töten will. Inmitten der Welt, die von Gott abgefallen ist und sich daher auf dem Wege des Verderbens befindet, und neben den Feinden der Seele läßt auch ein von Gott gesandter Seelenfreund seine Stimme vernehmen.,, Gr bemüht sich, die Thoren zur Besinnung zu bringen, d. h. zur Änderung ihrer verkehrten Gesinnung, zur Umkehr von den Wegen sträflichen Leichtsinns, zur Abkehr von dem satanischen Seelenfänger und seinen Dienern, zur Ginkehr in das wiedereröffnste Vaterhaus des Himmels. Gr bietet uns nicht nur das Licht der Wahrheit, sondern auch das Brot der Gerechtigkeit und den Blütenduft des Friedens dar. In letzterer Beziehung sagt er: „Nehmet auf Guch mein Joch und lernet von mir, so werdet Ihr Ruhe finden für Gure Seelen!" Und dieser Seelenfreund, der göttliche Messias Jesus, übt seine seelsorgerliche Thätigkeit an allen, die sich in seine pflege begeben, mit gleicher Liebe aus. Der Altersunterschied ist für ihn nicht vorhanden. Gbensowenig hält der Standesunterschied ihn davon ab, sein Amt ohne Ansehen der Person zu verwalten. Der Bettelmann, der in einem zerrissenen Gewände einhergeht, steht seinem Herzen gerade so nahe wie der Gdelmann, von dessen Brust Ordenssterne glänzen. Selbst der tiefstgreifende von allen Unterschieden, die Geistes- und Herzensverfassung, das geringere oder größere Maß der Grkenntniskraft, der Ghrbarkeit und Frömmigkeit, macht auf ihn keinen bestimmenden Gindruck. Wenn überhaupt von einer Verschiedenheit in der Behandlung der Menschen durch den Gottessohn geredet werden kann, dann läßt sich nur sagen, daß er den besonders Unglücklichen besonders liebevoll nachgeht. Ihr kläglicher Zustand schreckt ihn nicht ab, sondern treibt ihn nur noch mehr an, alles zu versuchen, um ihnen die Seligkeit zu verschaffen. Viele hören die frohe Botschaft von dem göttlichen Seelenfreund, ohne sie zu beachten. Bei ihnen bleibt alles beim alten. Sie gleichen dem Schaf, welches in der Wüste umherirrt, während es unter der Obhut des Hirten die beste Versorgung genießen könnte. Was für Vorzüge gewährt dir denn die Wüste, du hirtenloses Schaf? Sand, Geröll, Felsen, Dorngestrüpp, wilde, reißende Tiere. Ihr armen Menschen, die Ihr Gure eigenen Seelsorger sein wollt und Guch von

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