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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 6 (1895) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
6 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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§6 zuerkennen konnte", äußerte jüngst ein denkender Israelit mit Bezug auf Rabbi Akiba. Aber dieser übersah eben die bedeutsamsten prophetischen Aussagen, wie er überhaupt mit so vielen andern Schristgelehrten seines Volkes der Menschen Wort auf Rosten von Gottes Wort zu Ehren brachte. Sein Messias kam nicht zu ihm in den Aerker: mit demselben wars ja auf immer vorbei. Ebensowenig konnten die von Akiba gemißdeuteten Zeugnisse der göttlichen Offenbarung dem unglücklichen Gefangenen Trost gewähren. Sie waren nicht sowohl seine Ratsleute, als vielmehr seine Ankläger. Und auch der Gedanke an die Opfer, welche die von ihm begünstigte Erhebung gegen die Römer gefordert hatte, mußte ihm Qual bereiten. Eine halbe Million Menschen war im Aampf gefallen. Andere hatten während der nächsten Zeit den Tod gefunden. Alebte ihr Blut nicht an Akibas Händen? Er hatte aber auch um den Preis seines eigenen Lebens geirrt. In dem Jahr, an dessen s0. Juli Aaiser Hadrian starb, kam endlich der Tag, an welchem der Greis seinen Aberglauben mit dem Tode büßte. Daß er vorher entsetzliche Martern erduldet habe, ist hoffentlich ungeschichtlich. Sein letzter Seufzer war das sog. Sch'magebet (3. M. 6, <*), mit welchem man nach rabbinischer Lehre das Joch des Himmelreiches auf sich nimmt. Simon weilte damals nicht in Täfarea und konnte ihm also den letzten Liebesdienst nicht erweisen. In der Nähe von Tiberias zeigt man noch heute das Grab des Hingerichteten. Eine Vergleichung des Apostels Paulus mit R. Akiba darf nicht deshalb zu Ungunsten des letzteren ausfallen, weil jenen der Erfolg krönte. Wir müssen einen höheren Standpunkt einnehmen. Ist dies aber der Fall, wenn wir bei unserm Urteil erwägen, daß die jüdische Schriftgelehrsamkeit, als deren Meister wir Akiba betrachten, sehr viel zur Erhaltung der Synagoge beigetragen, daß der Rabbinismus das Judentum gesichert hat? Nein, denn auch dann giebt die Frage nach dem Erfolg den Ausschlag. Nicht der nähere oder fernere Erfolg, sondern die biblische Offenbarung entscheidet Und da müssen wir sagen: Der Glaube, den Paulus vertrat, für den er in Täfarea litt und endlich in Rom starb, ist die geradlinige Fortsetzung des reinen Mosaismus und Prophetismus, während Akiba die Religion seiner Väter trüben und entstellen half. Insonderheit widerspricht des letzteren Messiaslehre der heil. Schrift (z. B. Sach. 9, 9), während die des ersteren ihr entspricht. Weil der Messias Pauli der geweiffagte ist, offenbart er sich je mehr und mehr als den Sieger über alle seine Feinde, als den Stein, der in unaufhaltsamen! Wachstum zu einen! die Welt anfüllenden Berge wird (Dan. 2, 35). Jeder einzelne Anhänger dieses Gesalbten erfährt an sich selbst die wunderbare Araft, die von ihm ausgeht. Auf die spöttische Frage: „Was kann Dein Jesus für Dich thun?" darf er antworten: „Er läßt mich zu Gottes Ehre, zuni Heil für andere und mich selbst fröhlich arbeiten, mutig käinpfen, geduldig leiden, für meine Widersacher ohne Rachgier, ja, mit herzlichem Erbarmen beten und zuletzt

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