Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 6 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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43 Antwort: Rufe mich anl Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. (ps. 50, J5; M, s8.) Frage: So flehe ich denn zu Dir: Erleuchte mich über den Weg des Lebens I Hilf meinen: Unglauben l Antworte mir auf die Frage: Giebt es auch für mich eine Hoffnung auf Heil? Antwort: Ich will mich mit Dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit. (Hof. 2, $.) Ich erhalte D i ch durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. (Ief. 44, jo.) Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöset. (Ief. 43, s.) Vre Umkehr des Abtrünnigen. XD., ein evangelischer Iudenchrist, welcher in seinem Beruf sein Brot verdiente, wurde vor etwa 4 Jahren von einer schweren Krankheit befallen. Es war wenig Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens. Aber wider Erwarten sollte dieses noch nicht zu Ende gehen. Durch Gottes Gnade besserte sich der Zustand des Kranken allmählich, und nach einiger Zeit konnte er das Hospital in I., in welchem er Aufnahme gefunden hatte, verlassen. Bald darauf traf er auf der Straße mit einem Landsmann zusammen und erzählte diesem im Lauf des Gesprächs nicht nur von der soeben überstandenen Krankheit, sondern auch von seinem Übertritt zur christlichen Kirche. Der Landsmann wurde durch die Mitteilung von ID.'s Glaubenswechsel tief erschüttert und bemühte flch alsbald, ihn für die Synagoge zurückzugewinnen. Aber seine Reden und Versprechungen machten auf den jungen Christen keinen Eindruck. Dieser entzog sich endlich seinen Vorstellungen, indem er sich von ihm verabschiedete. Es dauerte jedoch nicht lange, da suchte der Jude den Christen auf, um seine seelsorgerische Thätigkeit fortzusetzen. Er hatte inzwischen an XD.'s Vater geschrieben und war von dem letzteren gebeten worden, den abtrünnigen Sohn zu retten. Der alte XD. hatte auch eine Summe Geldes gesandt und weitere Hilfe in Aussicht gestellt. Aber auch jetzt stand der Jüngling fest, obwohl seine Lage in der fremden Stadt eine mißliche war, da sich seine Hoffnung auf die Gelegenheit zu einer Erwerbsthätigkeit zerschlagen hatte. Auch diesmal bot der Jude umsonst alles auf, unr bei XD. eine Sinnesänderung herbeizuführen. Indessen warfen die Gemütsbewegungen, denen der noch nicht völlig Genesene ausgesetzt worden war, ihn aufs neue aufs Krankenbett. Das Hospital öffnete ihm wieder seine Pforte. XXnter der Pflege, die ihn: hier zuteil wurde, durfte er zum zweitenmal gesunden. Nach seiner Entlassung begab er sich in eine andere Stadt, in welcher man ihm eine Arbeit angeboten hatte. Es war eine merkwürdige Fügung, daß ihm hier jener Landsmann, der ihn: in I. mit Bitten und Lockungen zugesetzt hatte, wiederbegegnete. ID. konnte aufs neue seine Standhaftigkeit beweisen. Der Stimme der Versuchung schenkte er auch jetzt kein Gehör. Xlnd doch wurde der Bekenner nach kurzer Zeit ein Verleugnerl