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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 5 (1895) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
5 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 welches ihn im Spätjahr 6( aus dem Hafen von Täsarea hmaus- und neuen Aämpfen, aber auch neuen Siegen entgegentrug. Den größten Trost gewährte dem Gefangenen im Palast des Merodes ohne Zweifel der Glaube, der fein Herz erfüllte. Tiner war immer bei ihm in seiner Zelle: in der Glut des Sommers wie in der Aalte des Winters durfte er die Nähe seines Messias verspüren. Sorgte er um die von ihm gegründeten Gemeinden, trauerte er über die Unthätigkeit, zu welcher er sich verurteilt sah, so kam auf sein Gebet Thristi Geist mit göttlicher Araft über ihn, und diese Araft ließ ihn nicht verzagen und erlahmen. Tr konnte sich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, aber auch der, Geduld, Trfahrung und Hoffnung wirkenden Trübsal rühmen. Von allem Gewissen war es ihm das Allergewiffeste, daß ihn von der in Thristo Jesu geoffenbarten Liebe Gottes buchstäblich nichts zu scheiden vermochte. Zur pflege der Gemeinschaft mit dem Trlöser diente ihm außer dem Gebet auch das Studium jener Schriften, von denen Festus redete. Wohl kannte Paulus die letzteren wie sein Schüler Timotheus schon von früher Jugend an, aber er las sie nie aus und ließ sich so von dem Odem Gottes wieder und wieder anwehen. In diesen Buchrollen hatte er auch beständig den Beweis dafür in Händen, daß sein christlicher Glaube im vollen Tinklang stand mit den Weissagungen Moses und der Propheten. Ob er selber die ihm aufgenötigte Mußezeit zur Abfassung religiöser Schriften verwandt hat, ist fraglich. Die Briefe an die Tpheser, Aolosser und den Philemon entstanden wahrscheinlich erst zugleich mit dem Philipperbrief in Rom. 75 Jahre nach Pauli Abgang von Täsarea, J36 n. Thr., wurde hier abermals ein merkwürdiger Gefangener eingebracht: Rabbi Akiba. Dieser Meister in Israel hatte bis zum Jahr \32 ein stilles Gelehrtenleben geführt. Sein Lehrhaus befand sich in Barka, dem B'ne Berak des Buches Josua. Dieser Ort lag südlich von Jabne, dem Sitz der von Jochanan Ben Sakkai gegründeten, vielbesuchten Hochschule. Wie Jochanan, welcher dem Svncdrium während der Belagerung Jerusalems in Jabne eine neue Wirkungsstätte eröffnete und hierdurch dem Judentum einen neuen Mittelpunkt gab, so suchte auch Akiba sein von den Römern niedergeschmettertes Volk wieder aufzurichten. Als das Hauptmittel zu diesem Zweck betrachteten beide die Pflege der Schriftgelehrsamkeit. Akiba that sich durch tiefsinnige Deutungen der Bibelworte hervor. An jedes Häkchen des Gesetzes wußte er Berge von Lehrsätzen anzuhängen. Tine von ihm vorgenommene Sammlung von Lehrsätzen liegt der Mischna, dem ältesten Teil des Talmuds, zu Grunde. Daß er auch das Aaddischgebet verfaßt habe, ist nur eine Sage. Tbenso stamint das kabbalistische Buch hajjezira (die Schöpfung) nicht von ihm her. Als der Aufstand unter Hadrian ausbrach, trat der greise Akiba aus der Stille hervor. Tr erkannte den neuen Messias Barkochba an und führte ihm aus den Reihen seiner 2\ 000 (?) Schüler zahlreiche Anhänger zu. Tr salbte und krönte ihn, hielt ihm die Steigbügel und ließ Münzen mit seinem Namen prägen. Tr war auch der eigentliche Leiter des Arieges mit den Römern. Aber schon

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