Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1895-01-01 · 5 (1895) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
5 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2554541-2555061-2555066--09470-2565630
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

37 Paulus das letzte öffentliche Zeugnis von dem in Jesu erschienenen Messias auf dem Boden Palästinas ablegte. Von hohen Militärpersonen und den vornehmsten Bewohnern der Stabt umgeben, thronten in der Mitte des Raumes die königlichen Geschwister und der kaiserliche Beamte, „Phantasie" nannte man damals und nennt man noch hellte iin Morgenlande alles, was aus dem Rahnien des alltäglichen Lebens heraustritt. Gebührt diese Bezeichnung z. B. einer hochzeitsfeicr: wieviel niehr war sie dann an jenen: denkwürdigen Tage bei den: Gepränge am Platz, mit welchen» namentlich Agrippa und Bernike auftraten I Auch diesnial wurde des Apostels Vortrag unterbrochen. Erregt fällt ihm der ernste, strenge, nüchtern denkende Landpfleger ins Mort: „Du bist von Binnen, Paulus. Die vielen Schriften bringen dich um den Verstand." Agrippa aber, der Bekenner des Mofaismus, der Oberaufseher über den Tempel in Jerusalemder Aönig, der schon so vieles von dem gekreuzigten Judenkönig und seinen! Reich vernommen hat, fühlt sich wie einst der Römer Felix von den Morten des Lhristen getroffen. Gr meint, beinahe werde er ein Christ. Aber zwischen „beinahe" und „wirklich" liegt noch eine tiefe Aluft. Am Abhang des Montblanc fand mm: einmal die Leichen von Personen, welche, von Schneewirbeln überfallen, den rechten Meg verloren hatten. Und doch war dieser von dem Ort des Todes nur fünf Schritte entfernt. Beinahe errettet und doch zu Grunde gegangen: so lautet auch die Überschrift über dem Bilde des jüdischen Aönigs Agrippa. Gs mußte das schwere Los des Paulus während der zweijährigen Gefangenschaft in Läsarea wesentlich erleichtern, daß er nicht ausschließlich mit Ungläubigen zu thun hatte, sondern in seinem Aerker Glaubensgenossen empfangen durfte. Nach dem ersten Verhör wies Felix den Hauptmann der Schloßwache an, den Gefangenen in leichter tjaft zu halten und ungehindert von seinen Freunden bedienen zu lassen. Freunde hatte Paulus unter den Einwohnern der Stadt, hier, wo Petrus einst dem Hauptmann Aornelius die Himmelspforte geöffnet hatte, lebte damals der ehemalige Jerusalemer Diakon Philippus, der Vater von vier, mit der Gabe der Weissagung ausgerüsteten Töchtern. In seinem Hause hatte Paulus auf seiner letzten Reise nach Jerusalem einen mehrtägigen Aufenthalt genommen. Dort war die Begegnung mit dem Propheten Agabus erfolgt, und dort hatte der Apostel mit rührenden Morten bezeugt, daß er für seinen Heiland gerne ins Gefängnis und in den Tod gehe. Mitglieder der Christengemeinde zu Täfarea hatten dem von ihren Bitten und Thränen nicht zurückgehaltenen Glaubenshelden das Geleit gegeben und bei den: alten Mnason in Jerusalem die Herberge bereitet. Jetzt konnten die Täsareaner ihm aufs neue ihre Liebe beweisen. Mie viele ihrer Gutthaten werden Pauli Aerkermauern gesehen haben I Und noch andere Freunde standen diesen: zur Seite: Lukas, sein Geschichtsschreiber, und Aristarchus, der Macedonier aus Theffalonich. Diese .beiden Getreuen betraten auch mit ihm das Adramyttische Scbiff,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.