Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 5 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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lernte er Iesum als den wahren Messias, der auch sein Heiland sein wollte, kennen. Stolles Mutter führte ihn vollends dem Christentums zu, dem er Jahrzehnte lang, bis in den Tod, treu blieb. Daß der Austritt eines wirklich überzeugten, an Iesum als den Messias glaubenden Israeliten aus der Synagoge nicht nur zu rechtfertigen, sondern als eine Notwendigkeit anznsehen ist, ergiebt sich aus der Unmöglichkeit, innerhalb der Synagoge die Messianität Jesu zu bekennen. Die israelitische Glaubensgenossenschaft, die sonst alle möglichen Abweichungen von der überlieferten Glaubenslehre duldet, erweist sich in dieser Beziehung als eine überaus engherzige. Um der Bekenntnispflicht, deren Erfüllung ihm hier verwehrt wird, zu genügen, muß ein christgläubiger Jude die Synagoge verlassen. Vgl. Matth. \o, 32 ff. Aber man sollte nicht austreten, ohne wenigstens jene von dem Schriftleiter der „Iüd. Chronik" geforderte Arbeit versucht zu haben. Und auch dann, wenn der Austritt zur Wirklichkeit geworden ist, sollte man auf die Vervollkommnung des Judentums, auf seine Erneuerung durch den Geist Jesu Christi, hinarbeiten. So verfuhr der größte und edelste Aonvertit, Paulus, Gamllels des Alten Schüler. Obwohl er zum Heidenapostel berufen worden war, predigte er immer zuerst den Juden, wohin er auch kam. Auch der heftigste Widerstand, der ihm von seinen früheren Glaubensgenossen bereitet wurde, konnte ihn nicht dazu bewegen, diese Gewohnheit aufzugeben. Vgl. Apg. s3, 5. j; \7, 28, {7. Wie ganz anders würde die Iudenmission dastehen, wenn alle Iudenchristen ihren Blutsverwandten zeitlebens seelsorgerliches Erbarmen bezeugen wollten! Paulus und Rabbi AKiba in Cäsarea. Wer heutzutage Palästina besucht, betritt dessen geweihten Boden in der Regel zuerst bei Jaffa. Die Hafenanlagen dieser Stadt aber erzählen von derjenigen, deren Name ,in der Überschrift genannt wird. Sie wurden nämlich mit steinernen Überbleibseln von Cäsarea, der Aaiserstadt, errichtet. Im ersten christlichen Jahrhundert war Cäsarea Sebaste, wie der vollständige Name lautete (zur Unterscheidung von Cäsarea Philippi), ein herrlicher Ort am blauen Meer, Hier gab es prächtige Bauwerke, einen Zirkus, ein Theater, ein stolzes Schloß, Tempel ii. s. w. Eine Wasserleitung versorgte die Seestadt mit Süßwasser. Merodes der Große hatte Cäsarea gegründet. Sein Enkel, Merodes Agrippa I., starb hier Die Stadt war der Sitz der römischen Prokuratoren. Unter Gessius Florus brach hier der Urieg aus, welcher Jerusalems Zerstörung i. I. 70 herbeiführte. Seinen Sieg über die heilige Stadt feierte Titus in Cäsarea, welches jetzt die Hauptstadt von Palästina wurde. Im zweiten Jahrhundert wird die Uaiserstadt als Bischofssitz, im dritten als Geburtsort des Airchengeschichtsschreibers Eusebius und als Mittelpunkt der Bibelgesellschaft seines Freundes Pamphilus genannt. Wir betrachten