Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 5 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555061-2555066--09466-2565626- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. 51. Jahrgang. — 1885. Anhakt: Über Iudeutaufen. — Paulus und Rabbi Akiba tu Cäfaiva. — Eine Misstonsfreundin. — Zu pf 84,7. — Zu Apg. w, 22 h. — Zu Eph. 6,4. — Jüdische Chronik. — Bücherbericht. Über Iudentaufen äußert sich Dr. S. Stern in seiner Monatsschrift „Jüd. Chronik" (\895,„ 5. 26s ff.). Er sagt hier u. a.: „Uber jene Leichtfertigen und Übermütigen, die von des Lebens Ernst keine Ahnung besitzen, . . sei kein Wort verloren. Das sind die feigen, niedrig gesinnten Überläufer . . Solange sie Juden waren, . . brachten sie uns Schande, denn nur sie zogen uns den Vorwurf der Arroganz und der Vordringlichkeit zu . . Leugnen läßt es sich jedoch nicht, daß oft auch Juden die Taufe annehmen, die uns zur Ehre hätten gereichen können. Sie besitzen vielleicht alle Tugenden, nur nicht Mut und Stärke , . Ich habe Mitleid mit ihnen, denn . . die schwache Stunde, in der sie unterlegen sind, wirft einen düsteren Schatten über ihr ganzes . . Leben." Vr.„Stern fetzt dann den Fall, daß es Leute gebe, „die aus innerer Überzeugung die Taufe annehmen," bemerkt aber hierbei, daß man nicht Gelegenheit habe, eine solche Überzeugung auf ihre Wahrheit hin zu prüfen, und daß nur Gott ins Herz schauen könne. Auch in jenem Falle wäre nach ihm das Verlassen der Glaubensgenossenschaft nicht zu rechtfertigen. Würde ein Jude seine Religion nicht für vollkommen halten, so hätte er die Pflicht, an ihrer Vervollkommnung zu arbeiten. Es wäre entsetzlich, wenn die hier angenommene dritte Art von Täuflingen in Wirklichkeit garnicht vorhanden wäre, wenn wir also alle jüdischen Proselpten als Leichtfertige oder als Schwächlinge ansehen müßten. Gottlob dürfen wir aber sicher sein, daß „viele Israeliten mit aufrichtigem Bekenntnis des Glaubens an die Überlegenheit der neutestamentlichen Religion zu derselben übergetreten find. Die Airchengeschichte erzählt von solchen, welche die Echtheit ihrer Überzeugung mit ihrem Wandel (oft unter schwerem Leidensdruck) bewiesen haben. Und auch heutzutage fehlt es nicht an ehrlichen Iudenchristen. So erzählte jüngst, um wenigstens Ein Beispiel anzuführen, Pastor Stolle in Aöln, daß er im Sommer bei seinem Verkehr mit lieben Proselyten manchmal an einen treuen Sohn Israels erinnert worden fei, der ihn einst, als er noch ein kleines Rind war, oft auf seinen Armen getragen habe. Dieser Israelit, A. Wolf mit Namen, nahin in Stolles elterlichem Haufe fleißig an der Hausandacht teil, hierdurch