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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 4 (1895) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
4 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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31 Zu Joy. S, 19—21. Der ehrgeizige Themistokles wollte in Athen den ersten Platz einnehmen. Nun genoß neben ihm Aristides das größte Ansehen. Man nannte diesen wegen seiner Gewissenhaftigkeit, die sich auch in Unbestechlichkeit äußerte, „den Gerechten." Um Aristides zu stürzen, beschuldigte ihn Themistokles des Hochverrats. Er behauptete, jener wolle dem Volk seine Freiheit rauben und sich zum Herrn desselben machen. Auf seinen Antrag wurde eine Volksabstimmung über die Verbannung des Aristides herbeigeführt. Jedermann warf in die Urne eine Scherbe, welche die Aufschrift „Aristides" trug. Dieser war selbst bei dem Vorgang zugegen und sah gelassen zu. Da wandte sich ein des Schreibens unkundiger Athener au den großen Staatsmann mit der Bitte, er wolle ihm den Namen des Aristides auf seine Scherbe schreiben, „was hat Dir denn der Mann gethan?" fragte „der Gerechte". Jener gab zur Antwort: „Nichts. Ich kenne ihn garnicht. Aber es verdrießt mich, daß er allein der Gerechte sein soll." Und Aristides war so gutmütig, dem Ansinnen zu entsprechen und selbst zur Ausstellung des Verbannungsurteils gegen seine Person zu helfen. — Der edle Grieche, den i. I. 489 v. Lhr. das Scherbengericht seines Volkes auf ein Jahrzehnt des Landes verwies, erinnert an Israels größten Sohn, den göttlichen Messias, der aus dem Lande der Lebendigen weggerissen wurde, weil sein Volk die Finsternis mehr liebte als das Licht und deshalb den einzigen Gerechten, der bis dahin in seiner Mitte erschienen war, nicht ertrug. Laßt uns nicht das Licht Haffen, sondern an das Licht kommen und den Gerechten, den uns Gott gesandt und vielfach beglaubigt hat, nicht verwerfen, sondern annehmen, damit wir selber gerecht werden! Zum Nachdenken. \. Man kann die heil. Schrift nur verstehen, wenn man sie in Beziehung auf Christum liest. Ohne Christum wäre das Alte Testament eine taube Blüte, eine Weissagung ohne Erfüllung. (Jul. Dammann.) 2. Ein kläglicher Anblick, wenn der brausende Bergstrom, der mit Gewalt durch Felsen sich den weg bricht, matt und ohnmächtig im Sande verläuft. So würde die einzigartige und wunderbare Geschichte Israels versanden, wenn ihr Strom sich nicht ergösse in den unermeßlich tiefen Ozean der Herrlichkeit Jesu Christi, wie die kostbaren perlen abgleiten und sich im Staube verlieren, wenn der perlenring nicht geschlossen bleibt, so würden die kostbaren Perlen der Gottesoffenbarungen im Alten Testament dahin fallen, wenn das Alte und Neue Testament nicht zu einem Ringe festgeschloffen blieben. (Derselbe.) 3. Der moderne Jesus ist deshalb keine gute Botschaft, weil er weniger giebt als nimmt. In ihm ist nicht der den Menschen suchende und beglückende Gott und Schöpfer, sondern der Gott suchende Mensch geoffenbart, die Blüte des Menschengeschlechts. Es kann nur der uns von Gott gegebene und erweckte Christus das Evangelium, die gute Runde, bleiben für unser darbendes Zeitgeschlecht. O, schon manch Gebeugter hat einzig im Glauben an den verklärten, im Aufblick zum Fimmel den Stamm gefunden, an welchem die geknickte Rebe sich aufrecht erhielt und der gebrochene Geist emporwuchs, während er sonst ein Raub der winde, der zertrümmerten Hoffnungen, geworden wäre. Dieser Trost schlägt an. (Friedrich Oehninger.) Wie ein Judas die ganze Jüngerschar mit seiner Tadelsucht ansteckte (Joh. J2, Matth. 26,8), so vermag ein mit Gott zufriedener Mensch eine eigentliche Atmosphäre von Frieden und Ergebung um sich zu bretten und seine Umgebung mit diesem Sinne zu durchwehen, wie sich Israel einst ungeduldig machte, indem jeder sich selbst und einer den andern aufreizte (^.Mose n, j), so kann sich auch jeder selbst und einer den andern zum Dank, zur Übereinstimmung mit Gott aufmuntern, indem er sich und andern die vielen Gründe vorhält, die uns nötigen sollten, zu loben, statt zu murren, vgl. Ps. 22, 2\. (I. Heiniger.) Kteine MWorrszeiturrg. Im gerbst (89^ wurde in Bukarest durch irische Missionsfreunde eine Druckerei eröffnet. Lins der ersten Erzeugnisse derselben war eine Abhandlung von Miss. Mühlenbruch über Jer. 2\, 8. Infolge starker Nachfrage nach dieser Schrift von

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