Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 3 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Zu Jes. 7,14 ff. Ls gehört eine frische Kraft dazu, um den Schutt der Gelehrsamkeit, der sich in den Jahrtausenden über die lichtvollsten Stellen des A. T. gelegt hat, wegzuräumen. Und die neuere Auslegung fügt noch immer mehr Schutt hinzu. Luthers Übersetzung von Jes. 7, w ff. war vollständig richtig, aber die revidierte Bibelübersetzung hat sie verballhornisiert. Sie bringt Vs. *5: „wann er weiß (statt: daß er wisse), Böses zu verwerfen.^ Das erscheint nicht bloß sprachlich unthunlich, sondern der ganze Gedanke ist verlassen, nämlich daß das Land zur wüste werden müsse, entledigt werden müsse der heidnischen Livilisation, die am Hofe des Königs Ahas herrschte, damit der Verheißene, der nicht aus der Davidischen Königsfamilie von dem Weibe, das sonst die Verheißung hatte, sondern von der Jungfrau (der Artikel bezeichnet die Gattung) geboren werden sollte, kommen könnte zu der gottgemäßen Entscheidung für sein Volk, die demselben das Heil brächte. In dem bewußten Gegensatz gegen das heidnische Wesen und in den einfachen Verhältnissen Nazareths, wie in einer von der bestehenden Livilisation fernen Wüste, ist der ausgewachsen, der von der Jungfrau geboren wurde. Nicht in Jerusalein, von dem und von dessen Tempel und Schriftgelehrten er als ein ^jähriger Knabe ungern schied, sollte er aufwachsen, sondern in dem uncivilisierten Nazareth, zu dem er in Gehorsam mit seinen Eltern zurückkehrte. Da konnte er allein ohne fremde Lehrer an der Hand des Wortes Gottes den Weg finden, der ihn, den heiligen, zur Taufe für die Sünder durch Johannes und darnach zur Bluttaufe führte, mit der er uns erlöst hat. Ls scheint, daß auch über uns erst wieder eine Verwüstung kommen muß, daß die Augen der Gläubigen recht hindurch sehen können durch den Schutt der Gelehrsamkeit auf den Hellen Grund des Gotteswortes. P. B.- L. Zu 1. Kor. 15,10 a. Der berühmte holländische Arzt Boerhave (f *738) wollte eines CEages in der Anatomie die Leiche eines Hingerichteten Verbrechers vor seinen Schülern öffnen. Da wurde er plötzlich bleich und fing an zu zittern. Die Studenten sahen, ihn erstaunt an, da ihr Lehrer sonst nicht übertrieben weich war. „O, meine Herren," sagte jetzt Boerhave, „mit diesem Manne habe ich meine Jugendzeit zugebracht. Heute bin ich der geehrte Boerhave, und er liegt hier. Lassen Sie mich es Ihnen aussxrechen, daß ich außer der Gnade Gottes keinen einzigen Grund weiß, weshalb ich nicht hier an seiner Stelle liege!"?ie Kirchenväter, selbst dicht hinter der apostolischen Zeit, erscheinen gegen die Apostel und Propheten, auf deren Grunde wir in unserm Glauben gebaut sind und fortwachsen, wie der untere, abgelaufene Jordan gegen den oberen zur Zeit Josuas. Oben, wo die Lade Gottes stand, war er voll an seinen beiden Ufern und drängte, scharf abgerissen, seine Fluten gen Fimmel, indes unterhalb das Wasser sich bald verlief, nur daß in den Vertiefungen einige Fülle zurückblieb, zum Zeichen, daß der Strom darüber hingegangen war. (L. H. G. Hasenkamp, Wahrheit zur Gottseligkeit. I, S. 28.) Die Londoner Andenmission in Aerkin 1894. wie in früheren Jahren, so dienten auch diesmal das Gespräch in den Däusern oder auf der Straße, der öffentliche Vortrag und die Versendung christlicher Schriften durch die Post als die Haupt mittel der Missionsarbeit. Die an 23 Donnerstagen abgehaltenen Vorträge behandelten religionswiffenschaftliche Gegenstände, während vier weitere als Missionspredigten für Israeliten zu bezeichnen sind. Die bestbesuchte von diesen 2? Versammlungen, welche mit Ausnahme von dreien im Brüdersaal stattfanden, war die Jom-Kippur-Feier. An der letzteren nahmen neben einer Anzahl Christen etwa joo Juden teil. Unsere gedruckten Botschaften fanden durchweg willige Abnehmer. Ihren Zweck werden sie freilich nicht immer erreicht haben. Das mußten wir uns angesichts eines öffentlichen Angriffs auf die „D. L." aufs neue sagen. Andererseits hörten wir zu unserer Freude, daß ein früherer entschiedener Gegner dieses Blattes jetzt unfern Standpunkt als den richtigen erkennt und mit