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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 3 (1895) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
3 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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22 genaht. Vs. 9 heißt es: „Durch den Mann Ben parzi (den Sohn von Perez, also den Nachkommen von Juda) werden wir uns freuen und frohlocken.") Am Schluß der Borfeier wird von den ihrer Eltern beraubten Söhnen vor der im östlichen Teil der Synagoge befindlichen heiligen Lade Aaddisch gesagt, d. h. ein Gebet für die Verstorbenen gesprochen. Dies geschieht während der ersten elf Monate nach dem Tode, sowie am Jahrestag des Todes und bezweckt die Errettung der Seelen aus dem Fegefeuer. Beim eigentlichen ersten Sabbatgottesdienst wird der Sabbat eingeweiht. Der Vorbeter nimmt einen mit Mein gefüllten Becher in die Hand und sagt (. Mose 2, (—3 (mit Voranstellung der beiden letzten Wörter von Aap. (), sowie den für den Genuß von Wein vorgeschriebenen Segensspruch. Diese Sabbatsweihe erfolgt dann auch in den Häusern durch den von der Synagoge zurückgekehrten Hausvater, wobei alle Familienglieder aus dem Becher trinken. Nach der Weihe gießt der Hausvater dreimal Wasser über seine Hände, stellt sich an den Tisch und zerschneidet einen Brotlaib in zwei Teile, abermals eine Danksagung betend. Vor der häuslichen Sabbatfeier pflegt der Vater seine Söhne unter Handauslegung mit dem Segen Jakobs ((. Mose ^8,20) zu segnen. Den Aaronitischen Segen zu erteilen, ist ein Vorrecht der Nachkommen der Priester. Dieselben werden auch in den Synagogen zuerst zur Vorlesung der Thora aufgerufen. An den drei Hauptfesten sprechen sie jenen Segen über die Gemeinden aus, indem sie die Hände so zu dem mit dem Talith bedeckten Haupt erheben, daß dadurch ein Schin, der Anfangsbuchstabe des hebräischen Wortes Schaddai (-Allmächtiger), gebildet wird. Inzwischen bedeckt jeder Anwesende das Angesicht mit seinen Händen. Niemand darf dem Aohen (Priester) auf die Hände sehen, während er den Segen ausspricht, denn die Rabbiner sagen mit Berufung auf Hohes!. 2,9: „Gott oder die Schechina schaut durch die Öffnungen zwischen den Fingern des Priesters." Sonntags versammeln sich etwa 3000 Ainder der jüdischen Schulen von Spitalfields, um Religionsunterricht zu erhalten. Auswärtige, namentlich russische Juden haben aber von dieser Unterweisung eine geringe Meinung. Sie behaupten, daß sie die Ainder mehr zu Engländern als zu Juden mache. Deshalb senden sie ihre Sprößlinge außerdem, wenigstens zu bestimmten Zeiten, in ein Lheder, eine rein hebräische Schule. Der anglikanische Pfarrer der großen Parochie Spitalsields sorgt auch für das leibliche und geistliche Wohl der dortigen Juden. Viele erweisen ihm fast die gleiche Ehre wie ihrem Oberrabbiner. Manche bezeugten schon, daß dieser weniger für ihr Seelenheil thue als der christliche Prediger. (Nach J. Miss. Intelligence 1895. 8. 19 ff.) Z« 3. Mose IS, 17. Ich will auch für Bruderseelen Sorgen, nicht für mich allein, Und getreulich, wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer sein. wenn sie sündigen und sterben Und ich rief nicht vom Verderben, Wo ich sollte, sie zu dir: Forderst du ihr Blut von mir.

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