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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 3 (1895) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
3 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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20 Auch mit diesem Zuge der Weissagung stimmt die Erfüllung überein. Als Aönig im Reich des Geistes übte der Erlöser eine seltene Herrschaft über die Gemüter aus. Er mußte sich den Volksmassen, die ihn als Aönig ausrufen wollten, entziehen, weil er nicht in dem Sinne regieren wollte, in welchem sie es begehrten. Und als Priester des Allerhöchsten lüftete er den Schleier, welcher Israel und noch mehr die übrige Menschheit bis dahin verhindert hatte, den Schöpfer der Welt klar und deutlich zu erkennen. Als Priester brachte er auch sein eigenes Blut als Sündopfer dar. hiermit erwirkte er seiner Gemeinde den Zugang zu dem Reiche, in welches seine Worte hatten hineinschauen lassen. So wurde er der zweite Melchisedek. Als Priesterkönig dient er noch immer der Menschheit. Noch immer spricht er allerdings: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Unter seinem Szepter geht es anders zu, als wir es sonst gewohnt sind. Während ein menschlicher Fürst seine Getreuen auf mancherlei Weise ehrt, findet Jesus Ehristus es oft für gut, gerade die, welche ihm vor andern teuer sind, mit Leiden heimzusuchen. Statt einen Ordensstern ihnen anzuhängen, legt er ein schweres Areuz auf ihre Schultern. Aber gottlob ist ja unser Aönig zugleich Priester: Offenbarungs- und Gnadenmittler. Er enthüllt uns die geheimen Ratschlüsse, welche auf unsere Beseligung abzielen, und schenkt uns Ausdauer bis ans Ende. Eine schwermütige Frau wurde vor dem Selbstmord dadurch bewahrt, daß sie einen Papierstreifen fand, auf welchem ein Stück aus einem Gespräch zwischen dem Heiland und einer bekümmerten Seele zu lesen war. Die letztere fragt: „Warum ergeht so viel Not über mich?" Jesus antwortet: „Weil ich keine dienlicheren Mittel und Wege für Dich weiß." Wohl dem, der die göttliche Stimme hört und sich der Leitung Jesu Lhristi vertrauensvoll überläßtI „Er führt uns doch zum Ziele — auch durch die Nacht." Frau Vaetzerh. So heißt eine judenchristliche Evangelistin, welche vielleicht in nächster Zeit Deutschland bereisen wird. Von jüdischen Eltern in England J8^2 geboren, kam sie in ihrer Jugend nach Australien und heiratete in Melbourne einen Ehristen. Das gottselige Leben und der plötzliche Tod ihres Gatten führten sie der christlichen Airche zu. (D. <£. H889, Nr. 9.) Auf Wunsch des Predigers Macartney begann die früh Verwitwete unter den Juden von Melbourne zu missionieren. Bei ihren Hausbesuchen bat sie gewöhnlich um die Erlaubnis, aus der Bibel, besonders dem N. T., vorlesen zu dürfen. Durch die Hindernisse, welche sich ihrer Arbeit entgegenstellten, ließ sie sich nicht entmutigen. In der Regel weigerte man sich, ihr Gehör zu schenken, sobald man merkte, daß man es mit einer „Abtrünnigen" zu thun hatte. Mehr als einmal war ihr Leben in Gefahr. Eines Tages betrat sie ein Haus, in welchem sie schon früher gewesen war. Da kam ihr ein junges Mädchen mit den Worten entgegen: „Mein Vater hat einen Eid geschworen, den er nicht brechen kann, daß er

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