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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 3 (1895) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
3 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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\9 stehenden Iudendienst gilt das Wort: „Sie erkennen Gottes Gerechtigkeit nicht und trachten darnach, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind also der Gerechtigkeit Gottes nicht nnterthan" (Röm. JO, 5). Der christliche Idealismus und Optimismus läßt sich jedoch durch die Fortdauer der jüdischen Feindschaft gegen das Evangelium in dem Glauben an die durch die Bibel verbürgte Wiederherstellung Israels durch seinen Messias nicht irre machen, hat das Judentum schon bisher vielfach erfahren, daß das Christentum eine dem Judentum fehlende Kraft der Initiative besitzt, so wird es diese Thatsache immer noch mehr kennen lernen. Der in der Iesusreligion wirksame Geist von oben wird inmitten des Judentums noch einmal im herrlichsten Sinne ein Neues anfangen und so ein Verjünger desselben werden. Daran wird auch der Widerspruch christlicher Judenfeinde und Iudenfreunde nichts ändern. In letzterer Hinsicht denken wir an das bedauerliche Auftreten der für den Talmud schwärmenden und vor dem Anschluß an die Kirche warnenden Frau Nahida Remy. Israel wird sich endlich vor der im Christentum enthaltenen großen, unumstößlichen Wahrheit beugen und sie sich aneignen, um so religiös und moralisch zu gewinnen. Und dann wird in Erfüllung gehen, was Sacharia (l^, 9) weissagt: „Der Herr wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der Herr nur einer sein und sein Name nur einer." Der Messias als Jemach nach Zach. 6,13 f. (Schluß.) Nach dem Propheten sollte Zemach zweitens ein priesterliches Königreich begründen, und auch hierdurch hat der Messias thatsächlich der ganzen Menschheit gedient. Zur Zeit Lacharias wirkten Priesteramt und Königsamt in schöner Eintracht mit einander. Serubabel, der Statthalter des Perserkönigs Darius hystaspis, der Vizekönig, war aus dem Stamme Juda hervorgegangen. Iosua, der Hohepriester, war der Ordnung gemäß ein Sohn Levis. Der eine stand dem andern treu zur Seite. Als die Samariter sich am Tempelbau beteiligen wollten, waren beide Männer einig in dem Urteil, daß dies Volk, welches Gottes- und Götzendienst mit einander vermengte, abzuweisen sei. „Es ziemt sich nicht", erklärten sie, „daß wir zusammen das Haus unseres Gottes bauen." Aber Sacharia, der sich über diese Eintracht gewiß von Herzen freute, sah ein noch größeres Gut voraus: eine wunderbare Vereinigung des Priester- und des Königsamts in Einer Person. Auf hohem Thron sitzt in prächtigem Schmuck Zemach als Priesterkönig. Er herrscht: erteilt Befehle, giebt Gesetze, sammelt seine Getreuen zum Kampf, schaltet und waltet freimächtig unter und mit den Menschenkindern. Zugleich offenbart er verborgene Dinge (das ist wahrscheinlich die ursprüngliche Bedeutung des hebräischen Wortes für Priester) und ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen.

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