Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 2 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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\5 Alexander I. folgte dem Beispiel Meters, Nikolaus I. demjenigen Elisabeths. Unter Alexander II. verbreiteten sich jüdische Handwerker und Gewerbetreibende fast über das ganze Reich. Unter seinem Nachfolger dagegen wurden die Juden in die ehemaligen polnischen oder türkischen Landesteile zurückgewiesen. Welchen Einfluß der kürzlich eingetretene Thronwechsel nach dieser Richtung ausüben wird, bleibt abzuwarten. _ Seka. Dies wort findet sich 74 mal in den Psalmen, dreimal bei Habakuk. Ls verlangt, daß du die Augen deiner Seele öffnen, die Flügel deiner Linbildungskraft zu hohem Fluge äusbreiten sollst. Ls bedeutet ein Aufhalten in der Musik, eine Pause. Jeder Musikkenner weiß, welche Bedeutung solche Pausen haben. Wenn du je gesehen hast, wie ein Dirigent vor 5000 Sängern und Musikern stand und mit einem einzigen Schlage seines Taktstockes ihr brausendes Hallelujah abbrach, um darauf mit neuem Schlage ein volles Orchester hervorzurufen, dann weißt du, welche gewaltige Wirkung eine Pause hat. 2ie verleiht dem vorhergehenden und dem Nachfolgenden größere Kraft. So hat Gott hier und da in die Bibel und in unser Leben ein Sela gesetzt, um uns zu nötigen, stillzuhalten und zu bewundern oder zu beten oder den Sinn zu ändern oder zu leiden oder zu sterben. Das macht uns nicht verständiger, daß wir die Bibel oft durchlesen: wir müssen stillhalten und die Höhe. Tiefe, Länge und Breite, den Lwigkeitssinn der Worte ermessen. Ich würde mich freuen, wenn jemand während seines ganzen Lebens bei dem einzigen Worte „Also" Ioh. 3, *6 verweilen würde. Da Gott uns in zwei seiner Bücher 77 mal mahnt, stillzuhalten, überläßt er es uns hiermit, zu erwägen, wie oft wir beim Lesen der übrigen biblischen Bücher stillhalten müssen, um uns mehr Licht zn erbitten, um über unsere Sünden zu weinen, um aus den Verheißungen Kraft zu schöpfen. Manche Leute, welche die Bibel so und so oft durchgelesen haben, scheinen doch von ihrem Inhalt nicht mehr zu wissen, als derjenige von einem Lande weiß, welcher dasselbe im Schlafwagen eines Lilzuges durchfahren hat. Ls kommt nicht darauf an, wie oft du durch deine Bibel gegangen bist, sondern wie oft die Bibel durch dich gegangen ist. wie gut ist es, daß der Herr uns auch im Leben zuweilen stillhalten läßt. David sagt: „Lhe ich gedemütigt ward, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort." Gott lehrt so die genossenen wohlthaten höher würdigen und öffnet die Augen für zukünftige Segnungen. Gottes Wort macht auch des Christen Tod zu einem Sela. Nur eine kurze Pause liegt zwischen der Hoffnung des Sterbenden auf der einen Seite des Grabes und der himmlischen Seligkeit auf der andern. (Aus einer Predigt von Dr. Talmage in Brooklyn.) Hegen WisstonskolkekLen. Der englische Missionar Taylor wurde einmal gebeten, in einem Dorf bei London über China zu reden. Lr sagte zu, verlangte aber, daß bei seinem Vortrag eine Geldsammlung für die Mission nicht erhoben werden dürfte. — Am festgesetzten Tage schilderte T. seinen Zuhörern die große geistliche Not Chinas in so beweglichen Worten, daß der Leiter der Versammlung, derselbe Missionsfreund, der sie veranstaltet und T. eingeladen hatte, jene Bedingung nicht innehalten wollte. ,,Die Anwesenden," sagte er, „werden sich unglücklich fühlen, wenn sie für die Ausbreitung des Reiches Gottes in jenem Lande nichts beitragen dürfen." Indes bestand der Missionar darauf, daß kein Geld eingesammelt würde. Lr erklärte: „Mein Wunsch ist nicht, daß die Anwesenden durch Gaben, wie sie gerade jetzt unter dem Einfluß einer augenblicklichen Gemütsbewegung ihnen angemessen scheinen, erleichtert werden, sondern daß jeder nach Hause gehe, beladen mit der liefen Not Chinas, und Gott frage, was er thun solle, wenn einer unter Nachdenken und Gebet sich davon überzeugt, daß cs ein Geldbeitrag ist, den der Herr von ihm fordert, so kann dies Geld irgend einer Gesellschaft, die in China arbeitet, gegeben werden, vielleicht ist es aber bei manchen nicht eine Geldsumme, die der Herr fordert, sondern persönliche Eingabe an seinen Dienst draußen, oder die Eingabe