Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 2 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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16 eines Sohnes oder einer Tochter in seinen Dienst. Das ist köstlicher als Silber oder Gold. Nach meinem Dafürhalten hinterläßt eine Kollekte,den Eindruck, daß das Geld das Allerwichtigste in der Mission sei, während man doch mit einem Geldbeträge keine einzige Seele bekehren kann." — Am Morgen nach dieser Versammlung -erhielt der Missionar von dem Linberufer und Leiter einen Wechsel über \o ooo Mark. DerLMann hatte sich während der Nacht ernstlich gefragt, was er für China zu thun habe, und erkannt, daß er nicht einige Goldstücke geben dürfe, was er bei einer Kollekte gethan hätte, sondern daß der HLrr von ihm mehr erwarte. Dies Geld diente zur Bezahlung der Schiffsplätze für solche, die sich für die Arbeit in China persönlich zur Verfügung stellten. Das vertrauen T.'s, daß der Herr für die Unterstützung der Personen Sorge tragen würde, die bereit wären, selbst zu den Heiden zu gehen und ihnen das Evangelium zu predigen, empfing einen^reichen Lohn. ___ Aus der jüdischen Presse. Unzählige Stiftungen existieren in unfern Gemeinden für alle körperlichen Leiden, gar keine oder doch sehr wenige für unsere geistige Not, die doch wahrhaftig nicht geringer ist als alle körperlichen Leiden, wir kennen die am meisten berechtigte Einwendung, daß für die Kranken andere sorgen müssen, während die Gesunden., sich selbst helfen können. Aber wie schwach ist selbst dieser Einwand gegenüber der erschreckenden Thatsache, daß unser geistiges Leben nichts weniger als gesund, daß es vielmehr krank an Haupt und Gliedern ist . . Es fehlt an Mäcenen und Förderern, an Teilnahme . . und schaffender Lust. (Allg. Zeitung des Judentums *89^, Nr. \7.) 2. Die Frage: „welches ist die Religion, die wir unseren Kindern lehren sollen?" beantwortet Rabbiner Di'. Rülf-Memel dahin: „Es ist diejenige, welche sich aus Bibel und Talmud und unter dem Einflüsse der neuzeitlichen Verhältnisse zur „Religion d.s Judentums" herausgebildet hat und geistiges Eigentum unseres Volkes geworden ist." (Lbend. Nr. 20.) 3. Bei einer israelitischen Lehrerversammlung in Dietz sprach Herr Greif die Ansicht aus, ,,daß der Geist unserer heiligen Religion nicht durch den pentateuchunterricht, wohl aber durch den systematischen Religionsunterricht in die Seele des Kindes einznziehen vermöge." Er rief aber hiermit allgemeinen Widerspruch hervor. (Lbend. Nr. 24.) q,. Die jüdische Religion mutet die Befolgung eines Gebotes, auch unsere Feinde zu lieben, weil es unnatürlich ist, niemandem zu (!). Nicht: „Liebet eure Feinde," sondern: „fasset nicht eure Feinde" gebietet uns die heilige Schrift. Aber Lev. zq. heißt es ausdrücklich: „Du sollst den fremden Heiden (!) lieben wie dich selbst!" Diesen eklatanten Beweis für den allgemeinen Sinn des Gebotes der Nächstenliebe im Mosaischen Gesetz (?) wird kein Mensch anfechten. (Ebend. Nr. 3j.) 5. Matth. 5, qß ist nicht sowohl gegen die biblische (alttestamentliche) Lehre (wo lehrt die Bibel, den Feind zu hassen?) — sondern nur gegen die in den damaligen, politisch und religiös sehr erregten Zeitläuften erzeugte Degeneration und Erbitterung gegen äußere wie innere Feinde gerichtet. (Lbend. Nr. 38. vgl. 9. L. ^893, S. 7\.) 6. Die Behauptung, daß das jüdische Kaddisch-Gebet mit dem christlichen Vaterunser irgend einen Zusammenhang habe, ist historisch wohl nicht haltbar. (Lbend Nr. H3.) - ZSücheröerichL. L. Bertelsmann, Gütersloh: A. Zahn, Ernste Blicke in den Wahn der modernen Kritik des A. T. Neue Folge. 208 S. — K. I. wyß, Bern und Basel: Th. v. Lerber, Offener Brief . . (über die Bibelkritik). J6 5. — Ev. Vereinshaus, Cöthen: G. Heine, Briefe über Fragen der christlichen Religion für Suchende und Zweifelnde. 206 S. 2,40 Mk. — i}. G. wallmann, Leipzig: L. Schneller, Apostelfahrten. Wanderungen durchs heilige Laud zur Oster-, Pfingst- und Apoftelzeit. H30 S. — P. Calvino, Lugano: BAsposta Aperta a Monsignor Molo, Veseovo a Lugano. ^0 S. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: 80 Pf. Druck von 3. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.