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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 2 (1895) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
2 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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manchmal auch Krankenhäuser verbunden sind, bezeugen es Gläubigen und Ungläubigen, daß Sacharins Wort von dem Zemach wieder in Erfüllung geht in dem Lande, in welchem es einst niedergezeichnet wurde. (Schluß folgt.) Die Juden in Rußland. Im 8. Jahrhundert n. Ehr. suchte der byzantinische Kaiser Leo III. aus den Kirchen seines Reiches die Bilder zu entfernen, stieß aber hierbei auf heftigen Widerstand. Die Bilderverehrer sprengten sogar Zweifel aus betreffs seines Christenglaubens. Unr nun zu beweisen, daß er für Lhristum eifere, befahl er i. J. 723 seinen jüdischen Unterthanen sich taufen zu lassen. Viele gehorchten dem kaiserlichen Gebot, die meisten aber entzogen fich der Zwangstaufe durch die Flucht. Diese strenggläubigen Juden von Byzanz fanden eine neue Heimat im Lande der Khozaren, eines mit den Turkomanen verwandten Volkes, welches im Thal der Wolga wohnte, und dessen Hauptstadt Balandschar, das heutige Astrachan, war. Die Khozaren zeichneten sich durch ihre Kriegstüchtigkeit so aus, daß sie sogar dem großen Perserkönige Thosroes Furcht einflößten. Kaiser herakleios hatte in seinem Heere khozarische Söldner. Die Einwanderung der geflüchteten byzantinischen Juden in einen Teil des jetzigen Rußlands hatte zur Folge, daß das Heidentum hier vom Judentum überwunden wurde. Bulan, der Khan oder König der Khozaren, welcher die Fremden willkommen geheißen hatte, trat um 7^0 mit seinen Unterthanen zu ihrer Religion über. Als Missionar wirkte am Königshof Rabbi Jfaak Sanjuri (Sindjari). Bulans Nachfolger, Abadajak, errichtete zahlreiche Synagogen. Jm ((. Jahrhundert endete jedoch die Herrschaft der Khozaren, indem die früher von ihnen unterjochten Russen sie sich unterwarfen. Diese an den Ufern des Dniepr ansässige sarmatische Völkerschaft gehörte bereits der christlichen Kirche an. Ihr Fürst Wladimir hatte sich 939 in seiner Hauptstadt Kiew taufen lassen. Durch die Besiegung der Khozaren erhielten die Russen die ersten jüdischen Unterthanen. Im (3. Jahrhundert kamen weitere hinzu: mongolisch-jüdische Einwanderer. Den bedeutendsten Zuwachs erfuhr ihre Zahl im vorigen Jahrhundert infolge der Verschmelzung Polens mit Rußland. Nach Polen waren schon im 9. Jahrhundert aus Deutschland und aus dem Kaukasus Juden gekommen. Seit dem (4. brachten die Ausweisungen aus Deutschland, England und der Schweiz neuen Zuzug. Kasimir III. oder der Große ((309—70) lud die Juden ausdrücklich nach Polen ein und beschenkte sie hier mit allerlei Vorrechten. Er hoffte an ihnen einen Mittelstand zwischen Adligen und Bauern zu gewinnen. Polen wurde jetzt der Mittelpunkt des europäischen Judentums. Das eigentliche Rußland erschwerte den Juden vielfach die Niederlassung. Peter der Große öffnete jüdischen Kaufleuten und Handwerkern die Städte seines Reichs, aber seine Tochter Elisabeth vertrieb sie wieder. Katharina II. machte bei einer kleinen Anzahl eine Ausnahme von der Regel, die Juden fernzuhalten.

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